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Damit die Schultasche nicht zur Last wird – Tipps zum Schulstart aus dem Universitätsklinikum Krems

Die Sommerferien neigen sich ihrem Ende zu und damit beginnt für alle Schülerinnen und Schüler ein neues Schuljahr. Die richtige Wahl der Schultasche bzw. deren Verwendung kann ein Kind vor einer unnötigen Belastung bewahren.


(hinten, v.l.) Kaufmännischer Direktor Franz Laback, Pflegedirektorin Siegrun Karner, Ärztlicher Direktor Heinz Jünger und (vorne, v.l.) Abteilungsleiterin Andrea Zauner-Dungl mit Anabel und Isabel Wittner

„Der erste Schultag ist etwas ganz Besonderes. Für ein Kind bedeutet er den Start in ein neues Leben voller Herausforderungen. Als Elternteil kann man hier viel Unterstützung bieten, die schon am Weg in die Schule beginnt. Denn womit Schülerinnen und Schüler ihre Unterrichtsmaterialien ins Klassenzimmer transportieren, sollte nicht nur von reinen Äußerlichkeiten abhängen. Eine gute Schultasche ermöglicht dies, ohne den Rücken des Kindes zu belasten oder wohlmöglich sogar Haltungsschwächen hervorzurufen. Prim. Assoc. Prof. Dr. Andrea Zauner-Dungl, Leiterin des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation im Universitätsklinikum Krems weiß, worauf es bei Wahl und Verwendung der richtigen Schultasche ankommt“, so Landesrat Mag. Karl Wilfing.

 

Was macht nun eine gute Schultasche aus?

Eine gute Schultasche sollte mit Inhalt höchstens ein Zehntel des Körpergewichts wiegen. So ist beim Kauf der Tasche schon darauf zu achten, dass ihr Eigengewicht möglichst gering ist. Leichte Kunststoffe sind hier eindeutig im Vorteil gegenüber schweren Materialien wie beispielsweise Leder. Die sollten aber frei von Giftstoffen sein. Reflektierende Materialien verbessern die Sichtbarkeit des Schülers bzw. der Schülerin im Straßenverkehr. Nach Möglichkeit sollten diese 20% der Außenfläche einnehmen.

Ergonomische und belüftete Rückenpolster federn den Druck der Traglast gut ab. Optimal sind noch ein Tragegriff, rutschfeste Tragegurte, mehrere Taschen und Fächer. Die Schultasche sollte wasserdicht und formbeständig sein, insbesondere ein robuster Boden verlängert die Lebensdauer und schützt den Inhalt der Tasche. Im Hochformat bietet sie außerdem bessere Trageeigenschaften.

„Für Kinder im Grundschulalter sind Schulrucksäcke nicht geeignet, da sie nicht die nötige Stabilität bieten“, macht Prim. Zauner-Dungl aufmerksam.

 

Worauf ist bei der Verwendung zu achten?

Die Belastung auf den Rücken sollte symmetrisch verteilt sein. Es gilt also, die Schultasche mit der richtigen Strategie zu packen – schwere Gegenstände, wie z.B. Bücher, sollen in den rückennahen Fächern verstaut werden, leichtere Gegenstände in die Außenfächer der Tasche.

Die Tragegurte sollten nicht zu lang eingestellt sein, sonst hängt die Schultasche zu tief und fördert somit ein Hohlkreuz. Eine festsitzende Schultasche, die nicht hin- und herwackeln kann, vermindert außerdem die Belastung der Schulterblätter. Generell sollte ein einseitiges Tragen und somit eine übermäßige Belastung der Wirbelsäule vermieden werden.

 

Wie halte ich den Inhalt der Schultasche so gering wie möglich?

Die Kooperation zwischen LehrerInnen und Eltern ist gefragt.

·       Mit Hausaufgaben, die ohne großen Materialeinsatz durchführbar sind, bzw. der Bekanntgabe des am nächsten Tag benötigten Materials können LehrerInnen ein überflüssiges Herumtragen von z. B. Büchern vermeiden.

·       Auf negative gesundheitliche Auswirkungen des Gewichts der Taschen sollte im Rahmen des Unterrichts bzw. von Unterrichtsprojekten hingewiesen werden.

·       Schülerinnen und Schüler sollten auf die Mitnahme von Spielzeug verzichten.

·       Die vermehrte Zusammenarbeit von Erziehungsberechtigten, LehrerInnen und SchulärztInnen ist bei vermuteten Haltungsschwächen der Kinder wichtig.