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Die Zweitmeinung kommt aus Mistelbach

Prim. Priv.-Doz. Dr. Walter Albrecht ist seit Februar 2013 Experte im Zweitmeinungsnetzwerk Hodentumor der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Gesellschaft für Urologie.


Der Ärztliche Direktor Prim. Univ. Doz. Dr. Otto Traindl gratuliert Prim Priv.Doz. Dr. Walter Albrecht zur Aufnahme ins Zweitmeinungsnetzwerk.

„Die Diagnose Hodentumor stellt heutzutage kein Todesurteil mehr dar, denn 95% aller Patienten können vom Tumor geheilt werden“, stellt Prim. Priv. Doz. Dr. Walter Albrecht fest. Und er muss es wissen, ist Albrecht doch einer der führenden Spezialisten in Österreich auf dem Gebiet des Hodenkarzinoms (= Hodentumors). Wichtig für das Überleben der Patienten ist jedoch immer die richtige Therapie nach der Diagnose und Entfernung des Hodentumors. Es muss festgelegt werden, ob und welche Chemotherapie nötig ist, ob eine Tumornachsorge ausreicht oder wann bei fortgeschrittenen Tumoren eine weitere Operation notwendig ist.

Dazu wurden österreichweit und auch innerhalb Europas Leitlinien erstellt. Doch nicht alle halten sich daran oder kennen diese Leitlinien. Leitlinien werden aufgrund von multinationalen Studien erstellt und laufend aktualisiert. Sie bieten den betroffenen Männern eine den Umständen entsprechende Vorgangsweise mit optimalen Ergebnissen. Abweichungen führen zu schlechteren Ergebnissen und vermeidbaren Todesfällen.

In Deutschland wurde daher, unterstützt von der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Gesellschaft für Urologie, ein Zweitmeinungsnetzwerk mit anerkannten Spezialisten aus Deutschland und Österreich eingerichtet. Dieses ist ein Netzwerk, das via Internet den Behandlungsplan eines Patienten nach den Leitlinien überprüft und die behandelnden Ärzte dazu berät, die Therapie bestätigt oder auch Änderungen vorschlägt. Binnen 48 Stunden bekommt der Arzt, der anonymisiert die Daten seines Patienten vorstellt, von einem Experten des Netzwerkes eine Rückmeldung.

Neu im Zweitmeinungsnetzwerk ist seit 1. Februar nun Prim. Priv. Doz. Dr. Walter Albrecht, Leiter der Abteilung für Urologie am, Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf. Prim. Albrecht ist kein Unbekannter auf dem Gebiet des Hodenkarzinoms: Denn er ist nicht nur Mitglied der Wiener Hodentumorgruppe, sondern u.a. auch der Generalsekretär der österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie, Mitglied der Europäischen Leitlinienkommission für Urologie, Mitglied in der Europäischen Gruppe für Hodenturmormarker als einziger Österreicher und Koordinator der Österreichischen Leitlinien für Hodenkarzinome. Das Zweitmeinungszentrum existiert bereits seit drei Jahren und hat bis heute schon mehr als 2300 Patienten betreut.

„Wir haben in den ersten drei Jahren dieses von der Deutschen Krebshilfe geförderten Zweimeinungsprojektes festgestellt, dass jede 6. Zweitmeinung zu einer wesentlichen Änderung des Therapieplans geführt hat und damit für die Patienten hilfreich war. In 40% wurde der Therapieumfang reduziert, in 26% musste die Therapie umfangreicher durchgeführt werden als geplant“, erklären die Organisatoren des Netzwerkes auf der Homepage www.zm-hodentumor.de.