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Kind sein im Krankenhaus – positive Erinnerungen ans Klinikum

Kinder und Jugendliche sollten trotz Kranksein und einer ungewohnten Umgebung positive Erinnerungen an den Klinikumsaufenthalt haben. Dieses Ziel setzen sich die klinischen Heil- und Sozialpädagoginnen auf der Kinder- und Jugendabteilung am Landesklinikum St. Pölten.


(v.l.) 1. Reihe: Christina Gloimüller (Sozialpädagogin), Mag. Sabine Wagner-Simhandl (Klinische Heil- und Sonderpädagogin, Sozial- und Kleinkindpädagogin., Kunsttherapeutin, Integrative Leib- und Bewegungstherapeutin), Sandra Müllner (Kleinkindpädagogin), 2. Reihe: Maria Trischler (Heilstättenlehrerin), Verena Freiberger (Sozialpädagogin). Angelika Lichtenschopf (Sozialpädagogin), Claudia Fischer (Kleinkindpädagogin), Astrid Ertl-Stöß (Heilstättenlehrerin)

Auf der Kinder- und Jugendabteilung im Landesklinikum St. Pölten sind Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Krankheiten, manchmal nur für wenige Tage oder auch länger. Die Kinder und Jugendlichen sind zwischen 0 und 18 Jahren alt.  

Das Sozial-heilpädagogische Team kümmert sich um die jungen Patientinnen und Patienten von Montag bis Freitag, jeweils von 7:00 Uhr früh bis um 18:00 Uhr abends. 

Das Team zeichnet sich durch eine Vielfalt an pädagogischen Methoden aus. So arbeiten Kleinkindpädagogin, Sozialpädagogin, Sonder- und Heilpädagogin und Heilstättenlehrerin zusammen. Schwerpunkt der Tätigkeit ist die Arbeit mit chronisch kranken Kindern, Kindern mit besonderen Bedürfnissen sowie psychosomatisch kranken Kindern. Mag. Sabine Wagner-Simhandl leitet das Team der Pädagoginnen und koordiniert die Einzel- und Gruppenarbeiten.

Ziel des sozial-heilpädagogischen Teams im Landesklinikum St. Pölten ist es, mit den Kindern und Jugendlichen nach ihren individuellen Ressourcen zu suchen und eine Verbesserung des Wohlbefindens von Körper und Psyche herzustellen. Mag. Wagner-Simhandl betont: „Wir versuchen den Kindern in der jeweils aktuellen Situation zu helfen und möchten ihnen die dringend nötige emotionale Entlastung in einer fremden Umgebung bieten.“ Das vielfältige Wochenprogramm beinhaltet neben dem Kochstudio, u.a. Theater spielen, Singen und Gitarre spielen, Zeitungs- und Fotoarbeit sowie Zaubern und Puppenspiel. 

Ein Highlight für die Kinder ist die tiergestützte Heilpädagogik. Drei Therapiehunde sind jeweils am Mittwoch für die Patientinnen und Patienten da. Als angstreduzierende Operationsvorbereitung wird Kindern und Jugendlichen ein iPad mit Musik, Spielen oder einem Film angeboten.  

Der Kinderschutz nimmt an der Kinder- und Jugendabteilung einen wichtigen Stellenwert ein. In der Prävention sowie im konkreten Fall von Kindesvernachlässigung und Missbrauch betreut u.a. das sozial-heilpädagogische Team die betroffenen Kinder.  

Neben dem Angebot für die stationären Kinder bietet das Heil- und Sozialpädagogische Team auch eine ganze Reihe von ambulanten Gruppen an. So gibt es u.a. Gruppen für übergewichtige Kinder und Jugendliche, für chronisch kranke und schwerstbehinderte Kleinkinder, eine heilpädagogisch-therapeutische Spielgruppe für ehemals frühgeborene Kinder und deren Eltern sowie eine Diabetesgruppe. Relativ neu ist das Gruppenprojekt Teenie Mum&Dad. Dabei wird jugendlichen Eltern und ihrem Kind eine sozial-heilpädagogische Spieltherapie, Fachberatung und Psychotherapie regelmäßig angeboten. Damit Kinder die Abteilung und die Klinikumsatmosphäre kennenlernen können, findet 4mal jährlich der „Tag der Kinder“ statt. Kindergärten und Schulklassen haben die Möglichkeit, das Klinikum mit Hilfe von pädagogisch aufbereiteten Führungen, stressfrei kennenzulernen. Die Kinder können z.B. eine Röntgenaufnahme oder eine Ultraschalluntersuchung probeweise durchspielen.  

Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Vorstand der Kinder- und Jugendabteilung am Landesklinikum St. Pölten betont: „Kinder- und Jugendliche haben ein Recht auf eine ihrem Alter entsprechende und auf ihre Bedürfnisse eingehende medizinische und psychosoziale Betreuung. Mit dem sozial- und heilpädagogischem Team können wir Ihnen das geben, was sie in einer zumeist schwierigen und sie herausfordernden und teilweise überfordernden Situation, wie dies ein Krankenhausaufenthalt ist oder sein kann, brauchen: Zuwendung, Empathie und Begleitung von Personen, die geschult sind, sie zu unterstützen und zu fördern.“