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Morgens der Eingriff – abends zuhause

Aufnahme, Operation, Entlassung an einem Tag und Erholung in der vertrauten Umgebung zuhause – dieses Konzept steht hinter einer Tagesklinik bzw. hinter tagesklinischen Eingriffen. Am Universitätsklinikum St. Pölten bieten mehrere Fachabteilungen dieses medizinisch und organisatorisch anspruchsvolle Angebot an.   Im vergangenen Jahr nutzten über 4.500 Patientinnen und Patienten die Möglichkeit von tagesklinischen Operationen am Universitätsklinikum St. Pölten. Die meisten Eingriffe werden an der Augen-Tagesklinik verzeichnet.


(v.l.) DGKS Esther Buchegger, MSc, pflegerische Stationsleitung an der Augen-Tagesklinik, Patientin Margit Gettinger aus Wien, OA Dr. Wolfgang Till, Leitender Oberarzt der Tagesklinik, Klinische Abteilung für Augenheilkunde am Universitätsklinikum St. Pölten

Tagesklinische Eingriffe ermöglichen eine sichere Behandlung im Klinikum und bieten Erholung zu Hause in der gewohnten Umgebung. Bei gegebener medizinischer Indikation und nach sorgfältiger Abklärung des gesundheitlichen Zustandes sowie des sozialen Umfeldes kann eine tagesklinische Operation stattfinden.

Wenn bei leichten Eingriffen nicht mit Komplikationen danach zu rechnen ist, dürfen Patientinnen und Patienten am Nachmittag oder Abend nach Hause. Sollte nach dem Eingriff eine weitere Beobachtung nötig sein, so werden die Patientinnen und Patienten selbstverständlich auf der entsprechenden Fachabteilung stationär aufgenommen. Ist jemand nach der Operation alleine, ist eine tagesklinische Operation nicht möglich.

Die meisten tagesklinischen Eingriffe werden am Universitätsklinikum St. Pölten an der Klinischen Abteilung für Augenheilkunde, unter der Leitung von Prim. Univ.-Doz. DDr. Armin Ettl, durchgeführt. Dieses Angebot gibt es für Patientinnen und Patienten seit September 2010 im Klinikum. Mit über 2.500 Katarakt-Operationen (Grauer Star) verzeichnet die Augen-Tagesklinik jährlich die meisten Eingriffe.

Die Zuweisung der Patientinnen und Patienten an die Augen-Tagesklinik erfolgt über den niedergelassenen Facharzt.

Vorgesehen ist ein Voruntersuchungstag, an dem benötigte Befunde wie Blutabnahme, EKG und ein interner Status mitgebracht werden. In weiterer Folge kommen dann die Patientinnen und Patienten am OP-Tag in der Früh in die Augen-Tagesklinik. In den meisten Fällen erfolgt der Eingriff in sogenannter Tropf-Anästhesie. Die Nachkontrolle findet am Tag nach dem Eingriff in der Regel beim niedergelassenen Facharzt statt.

An der Augen-Tagesklinik gibt es keine Betten. „Sitzwagerl sind unsere Betten. Dies hat auch von wissenschaftlicher Seite einen Vorteil für unsere Patientinnen und Patienten. Denn es gibt Studien die belegen, dass Menschen, die körperlich relativ fit sind und in einem Krankenhaus in einem Bett liegen sich kränker fühlen als jene, die sitzen“, so DGKS Esther Buchegger, MSc, pflegerische Stationsleitung an der Augen-Tagesklinik am Universitätsklinikum St. Pölten.

Für Patientinnen und Patienten, die einen hohen Pflegebedarf haben oder von vornherein Schmerzpatienten sind, stehen natürlich Betten bereit.

Ein Großteil der Patientinnen und Patienten an der Augen-Tagesklinik ist über 75 Jahre alt.

Buchegger sieht den Pluspunkt von tagesklinischen Eingriffen auch darin, dass die Nacht zu Hause in der vertrauten Umgebung verbracht werden kann, was sich besonders bei Personen mit einer Demenzerkrankung positiv auswirkt.

„Heute haben wir 11 Patientinnen und Patienten für eine Katarakt-Operationen, 21 Personen für Einspritzungen in den Glaskörperraum und 5 OP-Vorbereitungen. Oft sind es bis zu 50 Patientinnen und Patienten pro Tag, die wir betreuen, Tendenz steigend“, so Buchegger.

Margit Gettinger, Patientin auf der Augen-Tagesklinik erzählt, dass sie heute um 6.30 Uhr auf der Station war. Das zu operierende Auge wurde eingetropft, dann ging es in den OP. Unter Lokalanästhesie fand der Eingriff, der rund 20 Minuten dauerte, statt. Anschließend konnte sie ihr Frühstück zu sich nehmen.

„Letzte Woche wurde das andere Auge operiert und auf diesem sehe ich bereits klar. Bis jetzt war ich weitsichtig, jedoch werde ich in Zukunft laut meinem Arzt auf eine Gleitsichtbrille verzichten können. Eine Lesebrille wird ausreichend sein“, freut sich die rüstige Pensionistin, die am Grauen Star erkrankt war.