Neuer Leiter der Unfallchirurgie und Sporttraumatologie
Mit 1. Oktober 2013 wurde Prim. Dr. Manfred Greitbauer zum Leiter der Abteilung für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am Landesklinikum St. Pölten bestellt. Mehr zur Person Prim. Dr. Greitbauer und seine Vision für das Landesklinikum lesen Sie im folgenden Interview.
Sie sind seit kurzem neuer Leiter der Abteilung Unfallchirurgie und Sporttraumatologie. Wie war Ihre bisherige berufliche Laufbahn?
Bereits wenige Tage nach meiner Promotion im Jahr 1991 startete ich meine Ausbildung an der damaligen I. Universitätsklinik für Unfallchirurgie in Wien. Die erste große Herausforderung war im Jahr darauf die Zusammenlegung der I. und II. Unfallklinik und die gemeinsame Übersiedlung in das Neue AKH. Unter den dortigen modernsten technischen Möglichkeiten absolvierte ich meine Facharztausbildung unter Professor Vécsei im Sinne einer umfassenden Unfallchirurgie mit Schwerpunkt Akuttraumatologie, welche ich im Jahr 1998 abschloss. Meine Mitarbeit in der Sportambulanz führte im Jahr 2002 zur Erlangung des Additivfaches Sporttraumatologie. In der Folge konnte ich, einer internen Rotation folgend, als team- und stationsleitender Oberarzt Führungserfahrung sammeln. Meinen Interessen entsprechend leitete ich unter anderem mehrmals das Ambulanz- und Intensivteam, die interdisziplinäre chirurgische Kinderbelegstation und die septische Station. Zwischenzeitlich lernte ich im Rahmen der Ausbildung und später als Oberarzt andere Spitalsstrukturen und fachliche Schwerpunkte kennen (LKH Mürzzuschlag, LKH Oberwart, DKH Schladming, LK Mödling). Ein Stipendium führte mich auch nach Frankfurt / Main, wo ich meine Kenntnisse in der septischen Chirurgie vertiefen konnte. Im Jahr 2011 wirkte ich im Rahmen eines Projektes der Medizinischen Universität Wien am Aufbau eines regionalen Traumacenters in Al Ain / Vereinigte Arabische Emirate mit. Zuletzt war ich als Lehrbeauftragter für die Planung und Durchführung des Neuen Medizincurriculums an der Wiener Unfallchirurgischen Klinik verantwortlich.
Welche Schwerpunkte setzt die Abteilung Unfallchirurgie und Sporttraumatologie in St. Pölten?
Das Ärzteteam zeichnet sich insgesamt durch ein sehr breites chirurgisches Spektrum -sowohl im Akutbereich, als auch im elektiven Bereich - aus. Mit der entsprechenden hervorragenden Unterstützung durch die Pflegekräfte in der Ambulanz, dem OP und auf den Stationen sowie der Zusammenarbeit mit der Anästhesie und den angrenzenden chirurgischen Fachgebieten erfüllt die Abteilung ihre Aufgabe als Referenzzentrum für Schwerverletzte für die Zentralregion und die angrenzenden Regionen zu hundert Prozent. Schwere Verletzungen der Extremitäten und des Stammes, inklusive Wirbelsäulenverletzungen, werden täglich erfolgreich behandelt. Am elektiven Sektor stehen gelenkschirurgische Eingriffe im Vordergrund, die zunehmend in minimal-invasiver Technik gewebeschonend durchgeführt werden.
Gab es einen speziellen Grund, warum Sie sich auf das Gebiet Unfallchirurgie und Sporttraumatologie spezialisierten?
Ja (lacht), die während meines Zweitstudiums Sportwissenschaften selbst erlittenen Verletzungen...! Vor allem aber wählte ich dieses Fachgebiet aufgrund der untrennbar damit verbundenen manuellen Anforderungen, des direkten Kontaktes mit den Patientinnen und Patienten und der für den Behandlungserfolg unbedingt notwendigen Teamarbeit.
Was hat Sie dazu bewogen von Wien nach St. Pölten zu wechseln?
Im Wesentlichen waren nach 22 Jahren erfolgreicher Tätigkeit in einem Spital der Wunsch nach Veränderung und die Suche nach einer neuen Herausforderung ausschlaggebend. Ich freue mich auf die Möglichkeit einer konzeptionellen und gestalterischen Tätigkeit in einem jungen und innovativ denkenden kollegialen Führungsteam.
Welche Pläne haben Sie für die Abteilung in St. Pölten, die Sie in den nächsten Jahren gerne realisieren würden?
Es gibt drei große Themen, denen ich mich zunächst besonders widmen will: 1. Die Festigung bzw. den Ausbau der Abteilung als Referenzzentrum für die Polytraumaversorgung der Zentralregion und den angrenzenden Regionen. 2. Eine mögliche medizinisch und ökonomisch sinnvolle Einbindung der Kapazitäten des Landesklinikums Lilienfeld in die unfallchirurgische Versorgung der beiden Bezirke. 3. Die Etablierung der medizinischen Lehre für die Studentinnen und Studenten der gerade eröffneten Karl Landsteiner Medizinischen Universität Krems an der Abteilung.
Mit welchen Eigenschaften würden Sie sich selbst beschreiben?
Geduldig, präzise, hartnäckig, aber freundlich.
Worin finden Sie Ausgleich zu Ihrem Beruf?
Unternehmungen mit Familie und Freunden, Wandern, Schifahren, Pflege von Haus und Garten.
STECKBRIEF
Prim. Dr. Manfred Greitbauer
- Geburtsort: Wien
- Familienstand: verheiratet
- Hobbies: Reisen, gemäßigtes Bergsteigen, rasantes Schifahren, alte Autos
- Lieblingsbuch: Fachbuch Rockwood – hat mich auch bei kniffligen Fragestellungen noch nie im Stich gelassen
- Lebensmotto: carpe diem






