Neuer Primar setzt Endometriose-Schwerpunkt auf der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe
Mit 1. Juni 2013 übernahm Prim. Dr. Albert Knauder die Leitung der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Landesklinikums Neunkirchen. Bisher im Landesklinikum Wiener Neustadt als Oberarzt tätig, plant er nun im LK Neunkirchen das erste zertifizierte Endometriosezentrum Niederösterreichs zu etablieren, denn rund 15% aller Frauen sind von Endometriose betroffen. Bei dieser Erkrankung breitet sich die Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter aus und verursacht dadurch starke Schmerzen.

(v.l.) Prim. Dr. Albert Knauder wird vom Ärztlichen Direktor Prim. Dr. Gerhard Koinig, MBA, herzlich begrüßt.
Der gebürtige Kärntner Prim. Dr. Albert Knauder geht seiner Leidenschaft als Arzt bereits 25 Jahre nach und blickt auf eine 15-jährige Karriere als Facharzt zurück. Sein beruflicher Werdegang begann mit dem Abschluss des Medizinstudiums in Graz und der im Jahr 1988 folgenden Tätigkeit als Turnusarzt in Wolfsberg und Klagenfurt. Nach der Ausbildung zum praktischen Arzt verlagerte Prim. Dr. Albert Knauder 1993 seinen beruflichen und privaten Lebensschwerpunkt nach Niederösterreich und zog mit seiner Frau und seiner ersten Tochter nach Waidhofen an der Ybbs, wo er zunächst als Notarzt arbeitete.
Seine weitere berufliche Laufbahn führte ihn daraufhin über das Landesklinikum Neunkirchen, wo er mit der Facharztausbildung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe begann und wo auch seine zweite Tochter geboren wurde, ins Landesklinikum Wiener Neustadt. Dort hatte er unter der Leitung von Prim. Dr. Rudolf Taschner bzw. Prim. Dr. Christian Gamper als Oberarzt die Möglichkeit einer fundierten Facharztausbildung.
Prim. Dr. Albert Knauder freut sich, nun wieder nach Neunkirchen zurückzukehren: „Nach nunmehr 16-jähriger Absenz aus dem Landesklinikum Neunkirchen freut es mich besonders, als Abteilungsvorstand zurückkehren zu dürfen. Ich bin zuversichtlich mit einem starken und erfahrenen Team an meiner Seite die neuen Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit unserer Patientinnen meistern zu können.“
Die Geburtshilfe des Landesklinikums Neunkirchen ist auf Geburten ab der 36. Schwangerschaftswoche ausgerichtet. Das betreuende Personal geht stets bestmöglich auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen ein. „An höchster Stelle steht in der Geburtshilfe die Sicherheit für Mutter und Kind. Daher besteht in puncto Risikoschwangerschaften eine enge Zusammenarbeit mit dem Landesklinikum Wiener Neustadt“, so der Regionalmanager der Thermenregion DI Alfred Zens, MBA von der NÖ Landeskliniken-Holding.
Der Ärztliche Direktor des Landesklinikums Neunkirchen, Prim. Dr. Gerhard Koinig, MBA begrüßt den neuen Kollegen sehr herzlich: „Ich freue mich, Prim. Dr. Albert Knauder in meinem Team willkommen heißen zu dürfen. Er ist nicht nur ein Allroundtalent der Gynäkologie, sondern auch ein Experte auf dem Gebiet der Endometriose und ich bin sicher, dass er die Herausforderungen, die auf ihn zukommen werden, exzellent meistern wird.“
Prim. Knauder selbst sieht sich als gynäkologischen „Allrounder“, wobei sein besonderes Interesse auf dem Gebiet der minimalinvasiven Chirurgie (auch Knopflochchirurgie genannt) liegt. Diese Technik hat für die Patientinnen den großen Vorteil, dass die Bauchdecke auch für große chirurgische Eingriffe nicht geöffnet werden muss. Für das Landesklinikum Neunkirchen hat der frisch gebackene Abteilungsvorstand bereits zukunftsorientierte Pläne: „Meine Vision für die nächsten Jahre ist die Etablierung eines Zentrums für minimalinvasive Chirurgie, wobei in Neunkirchen das erste zertifizierte Endometriosezentrum Niederösterreichs entstehen soll.“
Von der Endometriose ist jede siebente Frau betroffen. Es handelt sich dabei um das Vorhandensein von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle. Das besondere an der Erkrankung ist, dass die Endometriose in umliegendes Gewebe einwachsen und dieses zerstören kann, ähnlich wie bei einer bösartigen Erkrankung. Charakteristische Beschwerden sind extreme Regelschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Blutungsunregelmäßigkeiten.
Im Durchschnitt dauert es sieben Jahre bis zur Diagnosestellung, eine oft sehr leidvolle Zeit für die Betroffenen mit schlechter Lebensqualität und gravierender Auswirkung auf die Familienplanung. Als Anlaufstelle für die betroffenen Frauen und zur Optimierung der Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen soll an der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Landesklinikum Neunkirchern möglichst rasch eine eigene Endometrioseambulanz installiert werden.





