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Rauchfreies Krankenhaus

Im Rahmen des Weltnichtrauchertages 2013 startete im Landesklinikum Hochegg ein Projekt zum „rauchfreien Krankenhaus“.


Der Raucherpavillon

Psychologin Mag. Patricia Göttersdorfer bei einem Patientengespräch

Als Klinikum mit pulmologischem und neurologischem Schwerpunkt sieht man in der täglichen Arbeit, welche Auswirkungen das Rauchen auf unsere Patienten hat. Darum ist es den Mitarbeitern und der Klinikleitung ein Anliegen, mit gutem Beispiel voranzugehen und aktiv etwas zum Nichtraucherschutz beizutragen. Als Ziel des Gesamtprojekts stehen der Schutz der Nichtraucher und der Patienten sowie der Zuwachs an Lebensqualität für alle. 

Entgegen den anfänglichen Befürchtungen, dass das Projekt am Widerstand der Noch-Raucher scheitern könnte, sind auch die Patienten mit der Neuregelung einverstanden und begrüßen die Maßnahmen zum rauchfreien Krankenhaus. Als erster Schritt wurde erhoben wie viele Mitarbeiter noch rauchen und wie groß das Interesse und die Bereitschaft ist, an der jetzigen Situation etwas zu verändern.

Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter begrüßen die Initiative zum rauchfreien Spital und auf Anregung der Pflegedirektorin Christa Grosz startete das Projekt 2012. Raucherzonen wurden neu definiert und klar geregelt, wo noch geraucht werden darf. Insgesamt wurde die Anzahl an Rauchplätzen deutlich reduziert.  Mitarbeiter im Nachtdienst haben die Möglichkeit, sich Raucherersatzprodukte kostenlos beim Portier zu holen, falls das Verlangen zu groß werden sollte.  

Im Rahmen des Projektes hatten alle aufhörwilligen rauchenden Mitarbeiter die Möglichkeit eine Beratung in Anspruch zu nehmen, wobei 6 Teilnehmer als erfolgreiche Nichtraucher abschließen konnten. Die positive Unterstützung des Nichtrauchergedankens seitens der Spitalsleitung und der Stationsleitungen hat dazu geführt, dass sich auch 12 andere Raucher dazu entschlossen haben, selbständig mit dem Rauchen Schluss zu machen und ebenso erfolgreich waren. Die Aktion hatte Vorbildwirkung und sollte jährlich den Mitarbeitern angeboten werden. Für Patienten besteht seit 1999 die Möglichkeit im Rahmen ihres stationären Aufenthalts eine Raucherberatung zu erhalten und weit über 1.000 Personen konnten seit dem auf dem Weg in die Rauchfreiheit begleitet werden.  Mittels Fagerströmtest wird bei einer Raucherberatung der Grad der Nikotinabhängigkeit bestimmt.

Ein durchschnittlicher Raucher hat 5 von 10 Punkten, d. h. körperliches Verlangen und psychische Abhängigkeit, halten sich hier die Waage. Um das Verlangen auf eine Zigarette in den Griff zu bekommen, hat sich die Nikotinersatztherapie als Goldstandard in der Rauchertherapie etabliert. Niemand kann nämlich genau sagen, wie viel mg Nikotin ein Raucher aus einer Zigarette aufnimmt. Neben der gerauchten Anzahl an Zigaretten hat das Rauchverhalten einen entscheidenden Einfluss auf den Nikotinspiegel im Blut. Manche Raucher nehmen einen tiefen Zug von der Zigarette, andere paffen wieder mehr und inhalieren nicht so stark. Nikotinersatztherapie macht nur dann Sinn, wenn das gerauchte Nikotin durch ein medizinisches Präparat tatsächlich ersetzt werden kann. Daneben gibt es auch noch zwei verschreibungspflichtige Medikamente, die das Rauchverlangen stoppen können. 

Um Gewohnheiten die mit dem Rauchen verbunden sind, anders zu gestalten, werden bis zu 5 Gespräche mit einer Psychologin geführt, die Alternativen aufzeigen sollen wie verführerische Situationen in den Griff zu bekommen sind. Als unkomplizierte Nachbetreuung für daheim hat sich in der Zusammenarbeit das Angebot des Rauchertelefons bewährt, um den Rauchstopp aufrechterhalten zu können. Ein Projekt mit Vorbildwirkung!