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„Tag der Europäischen Zusammenarbeit“: Besuch im Landesklinikum Gmünd

Zum 5. Mal wurden heuer zum „European Cooperation Day“ rund um den 21. September 2016 europaweit die Fortschritte und Ergebnisse territorialer, grenzüberschreitender Zusammenarbeit verschiedenster Bereiche in lokalen Veranstaltungen präsentiert. Mag. Barbara Schwarz nahm dies in ihrer Funktion als Landesrätin für EU-Fragen zum Anlass gemeinsam mit dem Österreichischen Botschafter in Prag, Dr. Alexander Grubmayr, LL.M., dem Landesklinikum Gmünd einen Besuch abzustatten, um sich über den Status quo und Zukunftsperspektiven des grenzüberschreitenden EU-Projekts „Healthacross in practice“ zu informieren.


Hoher Besuch im Landesklinikum Gmünd: (v.l.) Botschafter Dr. Alexander Grubmayr, LL.M, Bürgermeisterin (Gmünd) Helga Rosenmayer, Bürgermeisterin (Moorbad Harbach) Margit Göll, Ärztlicher Standortleiter Prim. Dr. Michael Böhm, Landesrätin Mag. Barbara Schwarz, Kaufmännischer Standortleiter Dipl. KH-BW Karl Binder, Pflegestandortleiterin Herta Weissensteiner, MBA und Leiterin der Stabsstelle EU im Niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) Mag. Elke Ledl.

Die Standortleitung des Landesklinikums Gmünd Dipl. KH-BW Karl Binder, Herta Weissensteiner, MBA und Prim. Dr. Michael Böhm verabschieden Landesrätin Mag. Barbara Schwarz und Botschafter Dr. Alexander Grubmayr, LL.M.

„Ein mühsamer Weg, der sich wirklich gelohnt hat“, stellte Landesrätin Mag. Barbara Schwarz anerkennend fest, nachdem sie sich am 6. Oktober anlässlich des „European Cooperation Day“ im Landesklinikum Gmünd einen persönlichen Eindruck über den Fortschritt des grenzüberschreitenden Projektes „Healthacross in practice“  machen konnte.

Gmünd und České Velenice – zwei durch den natürlichen Flussverlauf der Lainsitz getrennte Städte – sind prädestiniert für grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Visionären Bestrebungen zurückreichend bis ins Jahr 2003, diversen theoretischen Vorprojekten, des großartigen Rückhalts seitens des Landes Niederösterreich und des Niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS), der  Unterstützung eines engagierten Projektteams unter der Leitung von Mag. Elke Ledl und dem unerschütterlichen Glauben der Standortleitung des Gmünder Krankenhauses an das Projekt selbst und dessen Zukunft ist es zu verdanken, dass 2013 in einer Pilotphase erstmals tschechische Patienten im Landesklinikum Gmünd ambulant versorgt werden konnten.

„Ab diesem Zeitpunkt war das Projekt „Healthacross in practice“ nicht mehr zu stoppen“, so der Kaufmännische Standortleiter Dipl. KH-BW Karl Binder zu den Besuchern und erklärt weiter: „Die Inanspruchnahme der angebotenen Leistungen stieg aufgrund der Möglichkeit der unmittelbaren medizinischen Versorgung jährlich an. Der Übergang in einen Regelbetrieb im Jahr 2014 verlief durch Aufklärung der Bevölkerung in diversen Informationsveranstaltungen auf beiden Seiten reibungslos. Nun sprechen die Zahlen für sich – seit dem Pilotprojekt 2013 bis zum jetzigen Zeitpunkt konnten rund 3.000 tschechische Patienten im Landesklinikum Gmünd im Rahmen von „Healthacross in practice“ ambulant versorgt werden.“ Auch die Sprachbarriere im ärztlichen und pflegerischen Bereich, die anfangs für Bedenken sorgte, sei inzwischen unproblematisch, ergänzten der Ärztliche Standortleiter Prim. Dr. Michael Böhm und Pflegestandortleiterin Herta Weissensteiner, MBA, „Viele tschechische Patienten aus der unmittelbar benachbarten Umgebung sprechen deutsch, ärztliches und Pflegepersonal spricht teilweise tschechisch, den Rest erledigen Dolmetscher im Haus bzw. ein Videodolmetschsystem. Wir blicken hoffnungsfroh in die Zukunft und freuen uns, dass durch einen vor kurzem abgeschlossenen Rettungsvertrag  zwischen Niederösterreich und Südböhmen künftig auch die Grenzen für den Notarztwagen fallen werden. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Festigung nachbarschaftlicher Zusammenarbeit“, ist sich die Gmünder Standortleitung einig.

Mag. Elke Ledl informiert die anwesenden Gäste, dass „das Gmünder Projekt inzwischen international bekannt und anerkannt ist. Besuche von Delegationen aus Gesundheitseinrichtungen anderer europäischer Länder, eine Einladung zum Referendum des Forum Alpbachs 2015, etc. bestätigen das überregionale Interesse.  Auf der Homepage der Weltgesundheitsorganisation WHO wird „Healthacross in practice“ sogar als niederösterreichisches „best practice“ Beispiel für grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung geführt.“

„Ziel ist das gegenseitige Abschließen von Abkommen, um Expertisen tauschen zu können. Es soll ein Geben und Nehmen von beiden Seiten sein, um die Stärken des Nachbarn, z.B. den Zugang zu diversen Spezialbehandlungen, nutzen zu können, die im eigenen Haus nicht angeboten werden. Es ist bemerkenswert wie weit das grenzüberschreitende Gesundheitsprojekt in Gmünd fortgeschritten und inzwischen beispielhaft für andere Regionen ist“, zog Landesrätin Mag. Barbara Schwarz Resümee, bevor sie das Landesklinikum Gmünd verließ, um noch weitere Stationen anlässlich des „European Cooperation Day“ zu besuchen.