Universitätsklinikum St. Pölten: Anonyme Geburt – Hilfe wenn es ausweglos erscheint
Es gibt Lebensumstände, die es Frauen unmöglich machen, ihr Kind nach der Geburt zu versorgen oder großzuziehen. In dieser für die Frauen verzweifelten und oftmals ausweglosen Situation setzt das Angebot der „Anonymen Geburt“ an. Ohne den Namen zu nennen, können diese Frauen in der geschützten Atmosphäre einer Klinik entbinden. Das Kind wird danach häufig zur Adoption freigegeben. Seit 2009 haben 15 Kinder im Rahmen der „Anonymen Geburt“ im Universitätsklinikum St. Pölten das Licht der Welt erblickt.

Das Hebammenteam am Universitätsklinikum St. Pölten: (v.l.) Reihe: Heidi Wieland, Christina Auer, BSc, Aurelia Königsberger; Reihe: Hana Filipova, interimistische Leitung des Hebammenteams, Christa Zeiner, Margarete Hoffmann
In Niederösterreich kann an 19 Klinikstandorten anonym entbunden werden und zwar kostenlos, unbürokratisch und völlig ohne Angaben zur eigenen Person.
Es kann sein, dass die werdende Mutter bereits während der Schwangerschaft die Ambulanz aufsucht und den Wunsch nach einer „Anonymen Geburt“ äußert, oder sie kommt mit Wehen das erste Mal ins Klinikum. Die Frau sucht sich einen anderen Namen aus, mit dem das geburtshilfliche Team sie ansprechen kann.
Nach der Geburt entscheidet die Frau, ob sie ihr Kind sehen will oder nicht. Sie kann natürlich Zeit mit ihrem Baby verbringen, einen Fußabdruck zur Erinnerung aufbewahren oder ihrem Kind einen Brief schreiben. Diese Zeilen werden 50 Jahre lang an der zentralen Adoptionsstelle beim Amt der NÖ Landesregierung aufbewahrt.
Das Jugendamt übernimmt nach einer „Anonymen Geburt“ die Verantwortung für das Kind und sucht aus einem Kreis der Adoptivwerber eine geeignete Familie aus, um es in deren Pflege zu übergeben. Die Frauen haben immer noch die Möglichkeit, innerhalb von acht Wochen nach der Geburt ihren vorerst gefassten Entschluss noch zu ändern und ihr Kind zu sich zu nehmen.
Beratung und Hilfestellung bieten alle Jugendabteilungen der Bezirkshauptmannschaften bzw. die Jungendämter der Magistrate. Ebenso erhalten Frauen Beratung und weiterführende Hilfe bei der Info-Line unter der Nummer + 43 2742 9005 16431 oder 16416.





