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Universitätsklinikum St. Pölten: Niederösterreichweit einzigartige Schulung für chirurgische Eingriffe an Gelenkspräparaten

Am Universitätsklinikum St. Pölten wurde eine Schulung für arthroskopische Eingriffe durchgeführt. Über 50 Assistenz- und Fachärzte aus den niederösterreichischen Universitäts- und Landeskliniken nutzten die Gelegenheit, ihre Fertigkeiten auf dem Gebiet der minimal-invasiven Gelenkschirurgie zu trainieren und neueste Operationstechniken an Humanpräparaten anzuwenden.


(v.l.) Prim. Assoc. Prof. Dr. Manfred Greitbauer, Leiter der Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am Universitätsklinikum St. Pölten-Lilienfeld, OA Dr. Gerd Bockhorn, Unfallchirurg am Universitätsklinikum St. Pölten-Lilienfeld, Ass. Dr. Michael Zainzinger und Ass. Dr. Arne Langer, Unfallchirurgen am Landesklinikum Amstetten

„Niederösterreich ist ein Land mit Spitzenmedizin. Bei uns kommen modernste Verfahren und medizintechnisch hochmoderne Geräte zum Einsatz. Dazu gehört es auch, unsere Ärztinnen und Ärzte stets weiterzubilden und mit neuen Methoden vertraut zu machen. Besonders auf dem Gebiet der minimal-invasiven Chirurgie hat Niederösterreich einiges zu bieten, zumal diese Operationsart auch besonders schonend für die Patientinnen und Patienten ist. Ich freue mich daher, dass wir unseren Ärzten aus ganz NÖ nun eine weitere Schulungsmöglichkeit bieten können“, erklärt Landesrat Karl Wilfing.

Während für viele Gelenkseingriffe bis vor 30 Jahren große Schnitte notwendig waren, werden seither viele Eingriffe an den großen Gelenken zunehmend in arthroskopischer Technik von Unfallchirurgen und Orthopäden durchgeführt. Diese Technik ist ein sehr schonendes Operationsverfahren für Verletzungen und Schädigungen der Gelenke im Sinne einer „Schlüsselloch-Chirurgie“.

Besonders auf dem Gebiet der minimal-invasiven Chirurgie haben sich die Methoden rasant weiterentwickelt. Die Anwendung arthroskopischer Techniken hat sich neben dem Kniegelenk auch an anderen Gelenken, vor allem am Schultergelenk, durchgesetzt.

Parallel dazu führt auch die Entwicklung neuester Materialien für die Patientinnen und Patienten zu einem optimalen Behandlungserfolg

„Zunehmend werden auch Verletzungen und Schädigungen des Ellenbogen- und Handgelenkes sowie an Hüfte und Sprunggelenk arthroskopisch versorgt. Diese gewebeschonenden Techniken ermöglichen in den meisten Fällen eine frühestmögliche Mobilisation unter geringeren Schmerzen und damit eine raschere Rekonvaleszenz“, so Prim. Assoc. Prof. Dr. Manfred Greitbauer, Leiter der Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am Universitätsklinikum St. Pölten – Lilienfeld

Damit diese minimal-invasiven Techniken den Patientinnen und Patienten aus ganz Niederösterreich zugute kommen, wurde am Universitätsklinikum St. Pölten durch Prim. Dr. Greitbauer eine Ärztefortbildung initiiert. Aufgrund seiner zentralen Lage hat sich das Universitätsklinikum als idealer Ort für diese Übungsveranstaltung für Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Niederösterreich angeboten.

In einem 12 Meter langen und 12 Tonnen schweren Schulungsbus konnten an zwei komplett ausgestatteten arthroskopischen Arbeitsplätzen Standardverfahren, wie z.B. Eingriffe am Meniskus oder Ersatzplastiken des vorderen Kreuzbandes, sowie neueste Operationstechniken an Schulter-, Hand- und Sprunggelenk geübt werden. Jeweils zwei Teilnehmerinnen und Teilnehmer pro Arbeitsstation wurden vormittags und nachmittags von einem Instruktor betreut. Als Instruktoren stellten sich Spezialisten aus Wien, Niederösterreich und Salzburg sowie Experten aus dem Universitätsklinikum St. Pölten - Lilienfeld zur Verfügung.

„Ohne weite Anreise in einem voll ausgestatteten Labor trainieren zu können, ist einfach optimal. Das Labor bietet aufgrund seiner Ausstattung ein realitätsnahes Übungsumfeld. An einem Vormittag können sämtliche Techniken an einem Gelenk geübt werden. Die persönliche Betreuung durch einen Instruktor für zwei Teilnehmer ist ideal“, betont Dr. Michael Zainzinger, Assistenzarzt der Unfallchirurgie am Landesklinikum Amstetten.

Insgesamt wurden über 50 Ärztinnen und Ärzte aus neun Universitäts- bzw. Landesklinken von 12 Instruktoren auf fachlich höchstem Niveau betreut.