< vorhergehender Beitrag

Weinviertler System ermöglicht Turnusausbildung auch in kleinen Häusern

Die sogenannte Turnusärzterotation, die es in den Landeskliniken des Weinviertels gibt, hat sich gut bewährt. Das Landesklinikum Hollabrunn hat hierbei eine gut funktionierende regionsübergreifende Zusammenarbeit mit dem Landesklinikum Tulln.


Das Weinviertler System der Turnusärzterotation läuft gut. Im Bild (v.l.) Prim. Univ.-Prof. Dr. Hans Salzer und Turnusärztevertreterin Dr. Adrienne Majan bei der Untersuchung von Baby Benedikt

Die Turnusausbildung ist die Ausbildung zur Ärztin bzw. zum Arzt für Allgemeinmedizin und dauert in Österreich in der Regel 36 Monate. Sie umfasst die Fächer Chirurgie, Gynäkologie, HNO, Dermatologie (Haut), Innere Medizin, Kinderheilkunde, Neurologie/Psychiatrie und Primärversorgung. Nach absolvierter Turnusausbildung steht es den Jungmedizinerinnen und Jungmedizinern offen, eine Facharztausbildung zu machen oder als Allgemeinmediziner tätig zu werden.  

Um es den Turnusärztinnen und -ärzten der Weinviertler Landeskliniken zu ermöglichen, dass sie den vollen Turnus hier absolvieren, gibt es eine Kooperation des Schwerpunkthauses Mistelbach-Gänserndorf mit anderen Landeskliniken der Versorgungsregion – Korneuburg-Stockerau und Hainburg. Das Landesklinikum Hollabrunn hat eine gut funktionierende regionsübergreifende Zusammenarbeit mit dem Landesklinikum Tulln, wo die Hollabrunner Turnusärztinnen und -ärzte die Ausbildung im Fach Kinder- und Jugendheilkunde absolvieren.  

OÄ Dr. Susanne Davies, stv. Ärztliche Direktorin des Landesklinikums Hollabrunn, äußert sich zufrieden zur Turnusärzterotation: „Das ist ein Konzept, das sich sehr gut bewährt. Bereits seit einigen Jahren absolvieren die Turnusärztinnen und –ärzte des Landesklinikums Hollabrunn vier Monate ihrer Ausbildung in der Kinder- und Jugendheilkunde im Landesklinikum Tulln. Die Rotation an einer Fachabteilung ermöglicht aufgrund des deutlich weiteren Behandlungsspektrums, aber auch wegen der dortigen Einrichtungen wie Kinderambulanz und neonatologischer Intensivabteilung einen signifikanten Wissenszuwachs, den unsere Turnusärztinnen und Turnusärzte mittlerweile nicht mehr missen wollen.“  

"Durch den Schwerpunktcharakter des Landesklinikums Tulln im Bereich der Kinder- und Jugendheilkunde können wir den jungen Kolleginnen und Kollegen ein breites Spektrum der Kinder- und Jugendmedizin sowie der Neonatologie präsentieren“, so Prim. Univ. Prof. Dr. Hans Salzer, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Landesklinikum Tulln, „Die Turnusärztinnen und Turnusärzte bekommen einen umfangreichen Einblick in diesen Spezialbereich der Medizin hinsichtlich der bestmöglichen Betreuung der kleinen Patientinnen und Patienten. Auch auf dem Gebiet der Neonatologie erwerben sie eine gute fachliche Basis in der Versorgung der Frühgeborenen". 

Für die Verantwortliche des Turnusärzterotationsplans am Landesklinikum Hollabrunn, Turnusärztevertreterin Dr. Adrienne Majan, bietet das Weinviertler System für junge Ärztinnen und Ärzte Vorteile: „Somit können die Turnusärztinnen und -ärzte auch in kleinen Häusern ohne lange Wartezeiten und organisatorischen Aufwand den Turnus im vollem Umfang absolvieren. Dank eigens zur Verfügung gestellter Ausbildungsplätze für die „rotierenden Turnusärzte“ gibt es auch keine Knappheit an Ausbildungsstellen innerhalb des Hauses und der Turnus kann in der Regel annähernd in Mindestdauer absolviert werden, während in größeren Häusern von Beginn an oft mit langen Wartezeiten zu rechnen ist.“