Welt-Schlaganfall-Tag 2012: das „Schlaganfallzentrum Mostviertel“
Am 29.Oktober wird seit 2006 der Welt-Schlaganfall-Tag gefeiert. Die Bedeutung dieser Erkrankung wird offensichtlich, wenn man bedenkt, dass in Europa pro Jahr ca. 250 Personen pro 100.000 Einwohner betroffen sind.
„Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in unseren Breiten, die häufigste Ursache für Behinderung im Erwachsenenalter, und oft Grundlage für Depression, Demenz oder Epilepsie. Auch wenn diese Erkrankung vor allem mit zunehmendem Alter auftritt, so darf nicht vergessen werden, dass vermehrt auch junge Menschen einen Schlaganfall erleiden. Diese Tatsachen sind der Anlass, über die Schlaganfallversorgung im Mostviertel zu berichten“, so Prim. Univ.-Prof. DDr. Susanne Asenbaum-Nan, Leiterin der Neurologie im Landesklinikum Mauer und im Landesklinikum Amstetten.
Nach wie vor ist das rasche Erkennen dieses neurologischen Notfalls durch den Patienten selber oder sein Umfeld und der sofortige Transport an eine neurologische Fachabteilung wichtig, denn: jede Minute zählt! Je früher die Behandlung einsetzt, desto größer sind Chancen, den Schlaganfall mit keiner oder einer geringen Behinderung zu überstehen. Die Voraussetzung wurden geschaffen: jeder Patient in NÖ könnte innerhalb von 45 Minuten an einer Schlaganfalleinheit („Stroke Unit“) aufgenommen und behandelt werden – sofern die Beschwerden rechtzeitig erkannt und die Rettung verständigt werden!
Die häufigste Ursache für einen Schlaganfall sind Gefäßverschlüsse oder -verengungen der hirnversorgenden Arterien durch Blutgerinnsel. Je früher der Patient neurologisch begutachtet und untersucht wird, desto früher kann die Akuttherapie zur medikamentösen Auflösung dieses Blutgerinnsels verabreicht werden. In den letzten Jahren wird neuerdings in speziellen Zentren versucht, rasch ein solches Gerinnsel direkt aus dem betroffenen Gefäß mittels eines Retrievers – einer Art „Schraubenzieher“ – zu entfernen, um damit die Prognose der Patienten zu verbessern.
Die Akutversorgung des Schlaganfalls im Mostviertel erfolgt an der Stroke Unit im Landesklinikum Amstetten (Leiterin: Prim. Asenbaum-Nan). Eine Stroke Unit ist eine auf den Schlaganfall spezialisierte Überwachungsstation, auf der einerseits die Akutversorgung und Abklärung des Patienten erfolgt und andererseits Komplikationen früh erkannt und behandelt werden können. Auch beginnt auf der Stroke Unit sofort die so genannte Frührehabilitation, die je nach Beschwerdebild die Physio- und Ergotherapie sowie die Logopädie umfasst. Die Stroke Unit im Schwerpunktkrankenhaus „Amstetten zeichnet sich durch die moderne und vollständige Ausstattung sowie die Erfahrung und Expertise im Bereich des Schlaganfalls aus; auch werden intensive Kooperationen mit anderen spezialisierten Abteilungen in OÖ oder NÖ gepflegt, die unseren Patienten im Mostviertel den Zugang zu den neuen, invasiven Therapien zur Gefäßeröffnung ermöglichen. 2011 wurden an der Stroke Unit in Amstetten fast 400 Schlaganfallpatienten behandelt, diese Anzahl wird heuer eindeutig übertroffen werden“ erklärt Frau Prim.a Dr. Asenbaum-Nan.
So wichtig die schnelle Akuttherapie des Schlaganfalls und die Behandlung auf der Stroke Unit ist, so bedeutend ist im Falle einer neurologischen Ausfallssymptomatik die Fortführung der Rehabilitation. Im Mostviertel kann dem Patienten nach dem Aufenthalt an der Stroke Unit Amstetten eine wohnortnahe(!) weiterführende Therapie und Rehabilitation im Landesklinikum Mauer, Abteilung für Neurologie (Leiterin: Prim.a Univ.Prof.DDr.Susanne Asenbaum-Nan), angeboten werden. Aber nicht nur jeder Patienten des Landesklinikums Amstetten kann im Rahmen des Spitalsaufenthaltes im Landesklinikum Mauer (mit allen Überwachungs- und Behandlungsmöglichkeiten) eine erstklassige Rehabilitation erhalten, auch Betroffene aus anderen Landeskliniken des Mostviertels werden so früh wie möglich in das Landesklinikum Mauer übernommen und neurologisch weiterbehandelt. Weitere Vorteile dieses „Neurologie-Verbundes“ Amstetten und Mauer sind die nahtlose Fortführung der begonnenen multimodalen Neurorehabilitation inklusive neuropsychologischem Training, und die ärztliche Weiterbetreuung in Mauer durch ein Team, dass in ständigem Kontakt mit dem Landesklinikum Amstetten steht und damit Informationsverluste verhindert.
Auf die Bedeutung einer frühen und qualititätsvollen Neurorehabilitation kann nicht oft genug hingewiesen werden, da dies die einzige Möglichkeit ist, nach einem Absterben von Nervenzellen beeinträchtigte Funktionen des Gehirns zu trainieren und zu verbessern, auch durch Aktivierung anderer, gesunder Hirnregionen. Auch der Vorbeugung neuer Schlaganfälle wird an beiden Neurologie-Standorten eine große Bedeutung beigemessen: eine strikte Beachtung und Therapie der Gefäßrisikofaktoren (wie zum Beispiel ein erhöhter Blutdruck oder Rauchen) sind selbstverständlich.
Das „Schlaganfallzentrum Mostviertel“ bietet somit durch die Kooperation zweier neurologischer Abteilungen (Landesklinikum Amstetten, Landesklinikum Mauer) eine komplette, sich ergänzende und daher vollständige Betreuung von Schlaganfallpatienten, die keinen Vergleich scheuen muss.






