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Wiedersehen nach 18 Jahren – Ehemaliges „Frühchen“ besucht die Neonatologie

Was es bedeutet, ein Baby zu früh auf die Welt zu bringen, verbunden mit allen Gefühlen, die diese Ausnahmesituation mit sich bringt, darüber kann Barbara Theuretzbacher berichten. Vor 18 Jahren erblickte ihre Tochter Lisa in der 29. Schwangerschaftswoche im Universitätsklinikum St. Pölten das Licht der Welt. Nun gab es ein Wiedersehen mit jenen Menschen, die Lisa und ihre Familie damals intensiv betreut hatten.


(v.l.) Isabella Lutzmann, Barbara Theuretzbacher aus Lunz am See, Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Lisa Theuretzbacher, DGKS Monika Koch

(v.l.) Lisa Theuretzbacher aus Lunz am See, Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer

Jedes Jahr zu Weihnachten sind die Erinnerungen an die erste Lebenszeit ihrer Tochter Lisa noch stärker da als sonst. Am 24. Dezember 1997 wurde Lisa um 19.07 Uhr im Klinikum St. Pölten in der 29. Schwangerschaftswoche mit 1.535 Gramm geboren. Und jedes Jahr zu Weihnachten schreibt die Mutter einen Brief an die Neonatologie, jener Station, in der Lisa wochenlang medizinisch betreut und umsorgt wurde.

Im letzten Brief schreibt Barbara Theuretzbacher: „Mein ganzes Leben vergesse ich diese Stunden, Tage, Wochen des Bangens, der Ängste und der Unsicherheit, aber auch der unendlichen Dankbarkeit nicht! 18 Jahre sind vergangen, aber kein Jahr ist verstrichen, indem ich nicht in tiefster Dankbarkeit mit dem Herrgott im Gebet und Euch, dem Team des Klinikums St. Pölten, in Gedanken verbunden bin. Vielen Dank an alle Ärztinnen und Ärzte und dem diplomierten Pflegepersonen, die uns damals zur Seite gestanden sind.“

Kürzlich machte sich Lisa mit ihrer Mutter selbst ein Bild von der Neonatologie und jenen Menschen, die ihr beim Start ins Leben geholfen haben. Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, damals bereits Leiter der Klinischen Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, begrüßte Lisa und ihre Mutter und führte sie durch die Station. Auch jene Gesundheits- und Krankenschwestern, die seit 26 Jahren auf der Neonatologie arbeiten, waren an diesem Abend im Dienst.

Lisa berichtet von ihren Zukunftsplänen. „Im Juli 2016 schließe ich meine Lehre zur Einzelhandelskauffrau ab. Da der Wunsch nach einem sozialen Beruf in mir gewachsen ist, werde ich zur Aufnahmeprüfung an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule St. Pölten antreten. Ich wünsche mir, dass ich aufgenommen werde und später selbst mit jenen Frühchen arbeiten kann, wie ich einst eines war“, so Lisa.

Auf die Frage an Barbara Theuretzbacher, was ihr in jener Zeit Kraft gegeben hat, beschreibt sie folgende Situation: Ein rund 5-jähriger Junge besuchte damals die Station, auch ein ehemaliges Frühchen. Er war aufgeweckt, rannte herum und war vor allem eines, nämlich gesund. Dieses Bild gab ihr große Hoffnung.

Die Frühgeborenen-Intensivstation am Universitätsklinikum St. Pölten betreut jährlich rund 220 Babys, die entweder zu früh das Licht der Welt erblicken oder intensivmedizinische Hilfe benötigen.