Änderungen meistern
Neue Anforderungen & Aufgaben: Das Team der 2. Medizinischen Abteilung im LK Mistelbach-Gänserndorf bewältigt sie bestens.

Prim. Dr. Bernhard Jaritz (7.v.l.), Bereichsleitung DGKP Erich Schiller (8.v.r. vorne), DGKS Regina Gaugg (6.v.l., Stationsleitung Bettenstation 31) und DGKP Rainer Löffelmann (2.v.l., Stationsleitung Bettenstation 30, Onkologie und Tagesklinik) mit einem Teil des Teams der 2. Medizinischen Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Onkologie im LK Mistelbach-Gänserndorf. Foto: Felicitas Matern
Kaum ein anderes Fach hat sich in den vergangenen 20 Jahren derart verändert wie die Innere Medizin. Und auch die Gruppe der Pflegekräfte erlebt derzeit einen starken Wandel, weil in vielen Bereichen Änderungen laufen oder bevorstehen. Gut spürbar ist das an der 2. Medizinischen Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Onkologie im LK Mistelbach-Gänserndorf. Prim. Dr. Bernhard Jaritz ist seit 21 Jahren Vorstand der Abteilung, seit über 30 Jahren Internist: „Fast alles hat sich geändert“, resümiert er und erinnert sich an seine ersten Endoskopien: „Das Endoskop war ein manuelles Gerät, wir haben hineingeschaut wie bei einer Lupe. Nun sitzen wir bequem und schauen auf einen Riesenmonitor. Zudem sind die Untersuchungen viel sicherer für den Patienten.“ Mittlerweile überschneidet sich die Endoskopie mit der Chirurgie, per Endoskop werden kleinere Operationen durchgeführt. Das bietet auch in der Tumortherapie viele Möglichkeiten, sagt der Internist: „Beim Gallengangstumor etwa bauen wir endoskopisch einen Stent ein, machen so die Gallenwege wieder auf, damit der Patient noch gut leben kann. Denn ich sehe es als die Aufgabe eines Mediziners, nicht nur Leben zu verlängern, sondern den Patienten auch noch ein gutes Leben zu ermöglichen.“ Das Endoskopieren liegt Jaritz besonders: „Ich mag es handwerklich zu arbeiten.“ Der Primarius hat noch ein weiteres Beispiel für den Fortschritt der Medizin parat: „Vor 20 Jahren musste man ein Magengeschwür noch operieren. Heute nimmt man Tabletten, um es zum Verschwinden zu bringen.“ In allen Bereichen tut sich enorm viel. Ein erfahrener Arzt wie Jaritz hat viel zu erzählen, hat viele Errungenschaften der Medizin hautnah miterlebt.
Rasante Entwicklung
Weitere Schwerpunkte von Jaritz’ Tätigkeit sind die Endokrinologie und Diabetes mellitus mit strukturierter Diabetikerschulung sowie Schilddrüsenambulanz. Und die Onkologie, ein dynamisches Fach, das rasant wächst: „Hier habe ich bei Null angefangen. In den 1980er Jahren gab es nur vereinzelt onkologische Ambulanzen, alles war im Aufbau.“ Mittlerweile bietet das Landesklinikum eine onkologische Ambulanz, Anfang Juli kam eine Palliativstation mit sechs Betten hinzu. Viele Krebspatienten können heutzutage ambulant behandelt werden, kommen nur zur Chemotherapie ins Klinikum und gehen danach wieder nach Hause. „Die Art der onkologischen Therapie hat sich komplett geändert“, sagt Jaritz, „vieles ist ambulant möglich, da die modernen Therapien besser verträglich sind. Die Leute müssen nicht mehr stationär aufgenommen werden. Und eine neue Therapie mit Antikörpern wird immer effektiver – dies sind Medikamente zum Schlucken. Die Patienten müssen nur noch zur Blutkontrolle ins Klinikum.“ Bernhard Jaritz war auch federführend an der Entwicklung des Onkologie-Informationssystems (OIS) beteiligt (siehe „Im Dialog“ ab Seite 06) – ein weiterer Meilenstein im Kampf gegen Krebs. Derzeit laufen die Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die künftig mit OIS arbeiten werden. „Wir sind sehr gut organisiert, die Schulungen laufen bestens“, freut sich Jaritz.
Zwei Bettenstationen
Die 2. Medizinische Abteilung ist unterteilt in zwei Bettenstationen, Bereichsleitung ist DGKP Erich Schiller. Die Stationen werden geleitet von DGKS Regina Gaugg (Bettenstation 31) und DGKP Rainer Löffelmann (Bettenstation 30, Onkologie). Ein großes Thema in der Pflege ist momentan die Umsetzung von Paragraph 15 (Gesundheits- und Krankenpflegegesetz), der einige bisher ärztliche Tätigkeiten in die Hände der Pflegekräfte legt, wie etwa das Stechen eines Venflons, das Legen eines Katheters oder die Verabreichung von Chemotherapien. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, weiß Rainer Löffelmann und streut seinem Team
Rosen: „Die Pflegekräfte sind für die neuen Tätigkeiten bestens geschult und finden sich gut zurecht damit.“ Auf einer Internen Station muss man sowieso flexibel sein, ergänzt Regina Gaugg. Seit 1993 ist sie Krankenschwester auf einer Internen und weiß, worauf es ankommt: „Die Innere Medizin ist ein derart großes Fach, dass wir gewohnt sind, breit und umfassend zu denken. Dieses Fachgebiet deckt einen Großteil des medizinischen Spektrums ab.“ Dass tagtäglich hervorragende Arbeit gemacht werde, liege auch am guten Zusammenhalt des Teams, sind sich der Primarius, die Bereichs- und die Stationsleitungen einig – zum Wohle der Patienten und deren Angehöriger.
Das Team der Abteilung:
24 Ärztinnen & Ärzte
74 Pflegekräfte
12 Personen Endoskopie
3 Bereichsleitungen
4 Diätologinnen
2 Diabetes-Beraterinnen
Aufgaben & Kompetenzen
An der 2. Medizinischen Abteilung liegen die Schwerpunkte in der Gastroenterologie & Hepatologie mit endoskopischer und sonographischer Ambulanz, Endokrinologie & Diabetes mellitus mit strukturierter Diabetikerschulung sowie Schilddrüsenambulanz, Hämato-Onkologie & Onkologie mit onkologischer Ambulanz.
Die endoskopische Tätigkeit umfasst u. a. Gastroskopie, Koloskopie, Kapselendoskopie und die Enteroskopie zur Dünndarmdiagnostik und -therapie, Versorgung von Blutungen im oberen und unteren Gastrointestinaltrakt, PEG-Sonden (Perkutane endoskopische Gastrotomie zwecks Platzierung einer Sonde für die Langzeitsondenernährung), Gallenwegs-prothesen und Stentimplantationen mit modernsten Materialen der
onkologischen Endoskopie. Die Endosonografie wurde neu ins Programm aufgenommen. Dieses hochqualifizierte Verfahren bietet die Möglichkeit zur frühzeitigen Diagnostik von verschiedenen Krankheiten im Magen-Darm-Trakt oder anderen inneren Organen. Die sonografische Tätigkeit umfasst u. a. Abdomensonografie (Bauch), Schilddrüsensonografie, diverse ultraschallgezielte Organpunktionen (Leber, Schilddrüse etc.), Lymphknoten-sonographie sowie spezielle Darmsonografien.
Ab 1. Juli 2015 wurde der Abteilung eine Palliativstation für schwerkranke Menschen angeschlossen, die vorübergehend eine ganzheitliche und individuelle Betreuung benötigen. Das Team versucht belastende Symptome zu lindern und eine Entlassung nach Hause zu organisieren.
Informationen: www.mistelbach.lknoe.at





