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Ein bewegendes Team

Viele Berufsgruppen – ein Team: das Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation am Universitätsklinikum St. Pölten


Foto: Robert Herbst/Point of View

Skoliose, Unfallfolge, Schmerzsyndrom und vieles mehr - diese Beschwerden können einem das Leben schwer machen. Hilfe bekommt der schmerzgeplagte Mensch am Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation (PMR) im Uniklinikum St. Pölten. Das multiprofessionelle Team ist spezialisiert auf die Diagnose und Therapie von Erkrankungen des Bewegungsapparats. Geleitet wird das Institut von Primaria Assoc. Prof. Dr. Gerda Deistler-Russ. Die Physikalisten, wie die Fachärzte für Physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation noch genannt werden, erkennen die Ursachen, erstellen den optimal abgestimmten Therapieplan, kontrollieren den Therapiefortschritt und therapieren auch selbst. Ein großer Aufgabenbereich ist zudem die Frührehabilitation. Die Patienten kommen aus allen Altersgruppen: vom Kleinkind mit Entwicklungsstörungen bis hin zu hochbetagten geriatrischen Patienten. Ebenso vielfältig ist das Spektrum der Krankheitsbilder: Von Problemen mit der Wirbelsäule, mit Knie, Schulter oder Hüfte bis hin zu Überlastungs­erscheinungen oder Beschwerden nach Operationen, etwa nach Gelenksimplantationen, unfallchirurgischen Eingriffen oder Band­scheibenoperationen. Hier gilt es, die ursprüngliche Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. Doch bevor die eigentliche physikalische Therapie beginnen kann, müssen die Schmerzen möglichst ausgeschaltet werden.

Viele Erfolgserlebnisse

Im Zentrum der Bemühungen steht immer die Lebensqualität der Patienten – und Erfolgserlebnisse gibt es viele, freut sich die Primaria, denn helfen könne man vielen: „Bei Bewegungseinschränkung oder Schmerzen in den Gelenken kann auch ein kleiner Schritt ein großes Mehr an Lebensqualität bedeuten.“ Wichtig dafür ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit: Neben engagierten Fach- und Assistenzärzten kümmern sich Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Masseure und medizinisch-technische Fachkräfte um die Genesung der Patienten. „Fächerübergreifend und gemeinsam mit anderen Fachärzten und Therapeuten lassen sich die besten Behandlungsergebnisse erzielen“, betont Deistler-Russ.
Sie setzt auf die hohe Kompetenz aller Mitarbeitenden: „Auf unser Ärzte-, Therapeuten- und Koordinationsteam kann ich mich hundertprozentig verlassen. Denn die beste Therapie nützt wenig, wenn sie nicht fachgerecht durchgeführt wird.“ Dafür zuständig ist unter anderem die Leiterin des medizinisch-technischen Diensts (MTD) Edith Türk. Die erfahrene Physiotherapeutin arbeitet seit 26 Jahren am Institut, leitet den MTD seit sechs Jahren. Auch sie ist stolz darauf, was das Team täglich leistet: „Wir haben hervorragende Therapeuten aus verschiedenen Berufsgruppen. Es ergeben sich intra- und extramural viele Schnittstellen – dank unseres Sekretariats funktionieren die Abläufe perfekt.“ Eine wichtige Rolle im eher frauendominierten Team spielt auch Physiotherapeut Rainer Schrattenholzer als Stellvertreter von Edith Türk.

Großer Bedarf

Deistler-Russ schloss im Jahr 1988 ihre Facharzt-Ausbildung ab und leitet das Institut seit nunmehr 23 Jahren. Seither hat die Zahl der Physikalisten rapide zugenommen: „Zu meinen Anfängen haben zwei Ärztinnen und einige Therapeuten am Institut gearbeitet. Das hat sich mittlerweile vervielfacht. Durch die höhere Lebenserwartung und den Fortschritt der Akutmedizin wird der Bedarf immer größer“, sagt die Medizinerin. Sie ist stolz darauf, wie sich „ihr“ Institut kontinuierlich weiterentwickelt hat – von einer kleinen Funktionseinheit zu einem ärztlich geführten Institut: „Gemeinsam haben wir schon viel erreicht und bewegt.“ Und die Entwicklung geht weiter: Ende 2017 übersiedelt das Institut ins neugebaute Haus C und wird zu einem großen Zentralinstitut. Damit übersiedeln sie auch vom Untergeschoß ins Erdgeschoß. Auch Edith Türk freut sich drauf: „Die neuen Räume sind heller und großzügig. Toll ist, dass wir in die Bauplanung miteinbezogen sind und unsere Ideen miteinbringen dürfen.“

Herausforderungen

Das Team meistert viele Herausforderungen. Auch jene im Vorjahr, als die Kliniken St. Pölten, Krems und Tulln zu Universitätsstandorten der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheits­wissenschaften wurden. Seither kommen die Studentinnen und Studenten zu Praktika in die nunmehrigen Universitätskliniken, um das theoretisch Gelernte ab 2017 praktisch auch am Institut für PMR anzuwenden. „Die Lehre für Studierende stellt mein Team und mich vor neue interessante Aufgaben, denn es gibt viel zu vermitteln.“ Auch nach all den Jahren ist Deistler-Russ noch fasziniert von ihrem Fachbereich, da er den Menschen in allen Facetten betrachtet: „Ich finde es ungemein spannend und herausfordernd, Bewegungsabläufe zu beobachten, Schmerzen oder funktionelle Probleme von Menschen zu ertasten und oft auch mit nicht-medikamentösen Mitteln zu helfen. Für mich ist die Physikalische Medizin die Brücke von der Hightech-Medizin zum täg­lichen Leben.“

Das Team (Dienstposten):

8 Ärztinnen & Ärzte
23 Physiotherapeutinnen & -therapeuten
3,5 Ergotherapeutinnen & -therapeuten
10 medizinisch-technische Fachkräfte
4 Masseurinnen & Masseure

Aufgaben & Kompetenzen

Das Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation betreut jährlich circa 8.500 stationäre Patientinnen und Patienten. Geboten wird ein umfassend diagnostisch-therapeutisch-rehabilitatives Spektrum bei hoher Behandlungsqualität im multidisziplinären Team (Fachärztinnen und Fachärzte, Physiotherapie, Ergotherapie, medizinisch-technische Fachkräfte, medizinische Massagen, Sekretariat). Für komplexe Fälle erfolgt die Planung und Durchführung der poststationären Nachbehandlung/Rehabilitation/Schmerztherapie ambulant. 
Schwerpunkte: stationäre Frührehabilitation/Mobilisation, fachspezifische Diagnostik, Vorbeugung, Behandlung und Rehabilitation von Patientinnen und Patienten mit Schmerzsyndromen, nach Unfällen, Sportunfällen, mit/nach Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates (Skoliose, Wirbelsäulen­erkrankungen, Überbelastungsschäden, Osteoporose etc.), des peripheren Nerven-, Gefäß- und Lymphsystems, des zentralen Nervensystems, nach Operationen, intensivmedizinischen Aufenthalten und chirurgischen Eingriffen
Informationen: www.stpoelten.lknoe.at