Interdisziplinäres Expertenteam betreut Hirntumorambulanz
Der Welt-Hirntumor-Tag am 8. Juni 2014 ist eine Gelegenheit, im Rahmen von Informationsveranstaltungen auf diese hochkomplexe und teilweise auch schwere Erkrankung aufmerksam zu machen. Das Landesklinikum St. Pölten bietet betroffenen Menschen mit Hirntumoren ein spezialisiertes interdisziplinäres Expertenteam. In der gemeinsamen, von Neurologie und Neurochirurgie etablierten Hirntumorambulanz, wurden bereits im ersten Jahr 2013 an die 150 Patientinnen und Patienten aus Niederösterreich mit unterschiedlichen Hirntumoren umfassend diagnostisch und therapeutisch betreut.

(v.l.) OA Dr. Franz Marhold, Neurochirurg am Landesklinikum St. Pölten und Prim. Priv.-Doz. Dr. Stefan Oberndorfer, Leiter der Abteilung für Neurologie am Landesklinikum St. Pölten bei ihrer Arbeit in der Hirntumorambulanz
Unter dem Begriff „hirneigene Tumore“ sind derzeit etwa 130 verschiedene Tumorerkrankungen bekannt, die sich in Parametern wie Zellstruktur, Biologie, Wachstumsverhalten, Stoffwechsel und ähnlichem unterscheiden. Um ein 10-faches häufiger als die hirneigenen Tumore sind die Absiedelungen von Krebserkrankungen anderer Organe in das Zentralnervensystem, die sogenannten Metastasen. Das Glioblastom zählt zu den häufigsten bösartigen Gehirntumoren, in Niederösterreich ist mit ungefähr 80 betroffenen Patientinnen und Patienten jährlich zu rechnen.
Insgesamt sind Hirntumore Erkrankungen des höheren Lebensalters. Erstsymptome eines Gehirntumors können Persönlichkeits- und Wesensveränderungen oder neurologische Symptome, wie z.B. Schwäche, Sprach- und Sehstörungen oder ein epileptischer Anfall sein. Der klassische Kopfschmerz ist ein eher seltenes Erstsymptom eines Hirntumors.
Bei der Diagnose und Therapie eines Gehirntumors sind viele Fachdisziplinen vertreten: Neurologen, Neurochirurgen, Neuropathologen, Radiologen, Nuklearmediziner, Hämatoonkologen, Strahlentherapeuten und Palliativmediziner. Eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit ist für eine qualitativ hochwertige Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Hirntumoren somit Voraussetzung. Im Landesklinikum St. Pölten ist ein auf Hirntumorpatienten zugeschnittenes Betreuungsnetz etabliert.
Neben der Hirntumorambulanz werden in wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Tumorboardsitzungen, neuroonkologische Patientinnen und Patienten fächerübergreifend in strukturierter Weise besprochen sowie Diagnostik und Therapie festgelegt. Das Tumorboard besteht aus Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen wie Pathologen, Hämatoonkologen, Radiologen und Nuklearmedizinern aus dem Landesklinikum St Pölten sowie den Radioonkologen aus dem Landesklinikum Krems.
„Zudem haben wir im Landesklinikum St. Pölten die Möglichkeit, telemedizinisch mit anderen Spitälern Niederösterreichs Kontakt aufzunehmen. Im Rahmen dieser telemedizinischen Kommunikation können auch Patientinnen und Patienten aus anderen Landeskliniken in unserem spezialisierten neuroonkologischen Tumorboard vorgestellt werden“, so Prim. Priv.-Doz. Dr. Stefan Oberndorfer, Leiter der Abteilung für Neurologie am Landesklinikum St. Pölten.
Mit der seit Mai 2013 implementierten Hirntumorambulanz finden die Patientinnen und Patienten eine Anlaufstelle, bei der alle Informationen von allen Fachdisziplinen zusammenlaufen und koordiniert werden können. In dieser Spezialambulanz, die jeden Mittwochvormittag stattfindet, kommen Patientinnen und Patienten aus ganz Niederösterreich. Der Neurologe und der Neurochirurg besprechen gemeinsam mit dem Patienten und den Angehörigen die diagnostischen und therapeutischen Ergebnisse und planen gemeinsam die weiteren Schritte.
„Nur eine gute Zusammenarbeit zwischen Diagnostik und den möglichen Therapiemaßnahmen, wie z.B. Operation, Bestrahlung, Chemotherapie, immunologische und symptomatische Therapie, gewährleistet eine optimale Betreuung dieser Patientinnen und Patienten“, so Oberndorfer.





