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Landesklinikum St. Pölten: Welt-Parkinson-Tag

Rund zwei Millionen Menschen leben weltweit mit der Diagnose Parkinson, 16.000 Personen sind in Österreich davon betroffen. Der Welt-Parkinsontag am 11. April erinnert an den englischen Arzt James Parkinson, der 1817 erstmals die Symptome der Krankheit in einem Buch beschrieb. In der Parkinson-Spezialambulanz des Landesklinikums St. Pölten werden jährlich rund 150 Patientinnen und Patienten versorgt.


Prim. Priv.-Doz. Dr. Stefan Oberndorfer, Leiter der Neurologie am Landesklinikum St. Pölten

Die Nervenkrankheit Parkinson ist auf einen Dopaminmangel im Gehirn zurückzuführen und hat drei Hauptsymptome: die Verlangsamung der Bewegungsabläufe, eine erhöhte Muskelsteifheit sowie Zittern. Hinzu können zu Beginn der Erkrankung Schlaf- und Riechstörungen, sehr oft auch Rückenschmerzen kommen. Die wichtigste Säule der Therapie ist die medikamentöse Behandlung. Aber auch die Bewegungstherapie spielt eine wichtige Rolle, um den Alltag bestmöglich meistern zu können.  

Parkinson ist vor allem eine Erkrankung des höheren Lebensalters, eine genetische Vorbelastung ist eher selten. Dabei kommt es zu einer langsam fortschreitenden Degeneration von Dopamin produzierenden Nervenzellen. Die genaue Ursache dieser Degeneration ist weitgehend unklar. 

Das Team der Parkinson-Spezialambulanz des Landesklinikums St. Pölten rund um OA Dr. Erich Rohringer und OA Dr. Michael Haindl versorgt jährlich rund 150 Parkinsonpatientinnen und -patienten.

„Die erste Anlaufstelle bei einem Auftreten der Verdachtssymptome soll der Facharzt für Neurologie sein. Die medikamentöse Einstellung funktioniert vor allem in den ersten Jahren der Erkrankung hervorragend. Diese Versorgung kann man bis zu 10 Jahre sehr gut aufrechterhalten. Ein kleiner Prozentsatz dieser Patienten erkrankt an sogenannten atypischen Parkinsonsyndromen, deren genauere Abklärung dann in der Regel im stationären Bereich durchgeführt wird. Bei fortgeschrittener Krankheitsdauer (ca. 10-15 Jahre) kann ein Abfall der Medikamentenwirkung auftreten, und es kann zu ausgeprägten Schwankungen der Parkinsonsymptome kommen, die mitunter eine ausgefeilte und komplexe medikamentöse Einstellung erfordern“, so Prim. Priv.-Doz. Dr. Stefan Oberndorfer, Leiter der Neurologie am Landesklinikum St. Pölten.  

Parkinsonähnliche Symptome können auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente oder in seltenen Fällen auch nach einem Schlaganfall auftreten. Zum Ausschluss anderer, ähnlicher Erkrankungen wird eine Magnetresonanztomographie durchgeführt. In diagnostisch nicht eindeutigen Fällen besteht die Möglichkeit einer nuklearmedizinischen Untersuchung (PET).  

Tritt im weiteren Verlauf der Erkrankung eine Verschlechterung der Symptome auf, wird die medikamentöse Therapie laufend angepasst. Andere Erkrankungen, wie z.B. Infektionen, tragen zu einer vorübergehenden deutlichen Verschlechterung der Parkinsonsymptome bei. In diesen Fällen kann auch eine stationäre Aufnahme erforderlich sein.

Im fortgeschrittenen Stadium wird eine gleichmäßige Medikation durch eine Duadenalsonde in den Bauch erreicht. Bei bestimmten Patienten kommt eine Gehirnsonde zum Einsatz, welche die Bewegungszentren im Gehirn stimuliert und somit dem Zittern von z. B. Händen entgegenwirkt.