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Modernes Wundmanagement

Die interdisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit der NÖ Kliniken mit der Holding-Zentrale gewährleistet ein hochprofessionelles Wundmanagement.


Die Behandlung chronischer Wunden, wie zum Beispiel Ulcus cruris, Gewebeschädigungen am Fuß bei Diabetes mellitus, Dekubitus und postoperativer Wundheilungsstörungen erfordert eine professionelle Wundversorgung durch Ärzte und Pflegepersonen. Um mit der Vielfalt an lokaltherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten modernes Wundmanagement betreiben zu können, bedarf es hochwertiger Standard- und Spezialverbandstoffe sowie Pflegeprodukte. Zurzeit nutzen die Wundmanagerinnen und -manager in den NÖ Universitäts- und Landeskliniken 450 verschiedene Artikel aus dem Produktbereich „Modernes Wundmanagement“ und 1.350 Artikel aus dem Segment der Standardverbandstoffe, jährliches Einkaufsvolumen: rund fünf Millionen Euro. Da mit der prognostizierten demografischen Entwicklung und der Zunahme chronischer Erkrankungen künftig auch die Häufigkeit chronischer Wunden ansteigen wird, ist es notwendig, ökonomische Aspekte der Wund­behandlung konsequent zu betrachten bzw. deren Entwicklung zu verfolgen.
Daher koordiniert die zuständige Facheinkäuferin (Lead Buyer) Tamara Schrenk der Abteilung Einkauf der NÖ Landeskliniken-Holding den Einkauf und die Preisgestaltung aller Verbandsstoffe in enger Abstimmung mit der klinikübergreifenden Fachgruppe „Modernes Wundmanagement“. Die Grundlagen für die Entscheidungsfindungen für die aktuell gültige Einkaufsstrategie wurden von Schrenk im Team mit Mag. pharm. Barbara Stagl vom Uniklinikum St. Pölten und DGKS Sonja Koller, MBA, Präsidentin der Austrian Wound Assoziation (AWA) und Leitung des Wundmanagements Pflege im LK Melk, erarbeitet. Abgestimmt werden diese Vorentscheidungen nach den Kriterien Patientennutzen, Anwenderzufriedenheit sowie mit den Regionenvertretern der Fachgruppe unter ärztlicher Leitung von Prim. Assoc. Prof. Dr. Friedrich Weyer, Leiter der Abteilung Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie im Uniklinikum St. Pölten. Die daraus entwickelte Einkaufsstrategie wird in den NÖ Kliniken umgesetzt und alle zwei Jahre auf ihre Aktualität überprüft.
Facheinkäuferin Tamara Schrenk ist auch zentrale Anlaufstelle für die auf dem Sektor Wundversorgung tätigen Hersteller und Vertreiber. Diese stellen neue Produkte und Innovationen in Fachgruppensitzungen vor, die Fachgruppe entscheidet dann über Tests oder Neuaufnahmen.

Teamwork

„Diese interdisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit funktioniert seit vielen Jahren ausgezeichnet“, sagt Schrenk. „Jede Berufsgruppe bringt ihre Expertise aktiv ein – in den Wundgruppensitzungen, in Testungen und in laufenden Kontakten.“ Einkaufs-Abteilungsleiter Christian Schauer dankt „den Klinikleitungen, die die personellen Ressourcen für die jeweiligen Wundgruppensitzungen, Testungen und kurzfristigen Zusammenkünfte bereitstellen, und allen Beteiligten, die in enger Zusammenarbeit mit Tamara Schrenk eine patientenorientierte, wirtschaftliche und versorgungsoptimierte Strategie erstellen und im Klinikalltag umsetzen.“
Dass diese interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Zentralen Einkauf der NÖ Landeskliniken-Holding neben einer sehr hohen Produktqualität auch wirtschaftlich erfolgreich ist, sieht man daran, dass das Kostenniveau im Bereich Wundmanagement seit einigen Jahren konstant gehalten wird.

Lead Buyer Tamara Schrenk, zuständig u. a. für die Koordination Einkauf Wundgruppe

Christian Schauer, Leiter der Abteilung Einkauf in der NÖ Landeskliniken-Holding

Prim. Assoc. Prof. Dr. Weyer, Leiter der Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am Uniklinikum St. Pölten: „Als Leiter der Wundgruppe des Universitätsklinikums St. Pölten begrüße ich die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Einkauf der NÖ Landeskliniken-Holding. Wir prüfen sämtliche Novitäten in der Praxis auf ihre Effizienz. Erst danach wird das entsprechende Produkt evaluiert, nochmals von einer zentralen Expertengruppe beurteilt und dann erst beschlossen, ob dieses Produkt gelistet werden soll. Dies geschieht immer in Übereinstimmung mit dem Einkauf. Die Zusammenarbeit war in den letzten Jahren
sehr erfolgreich, so dass jeder Anwender die Patientinnen und Patienten mit
bestmöglicher Aussicht auf Heilung behandeln konnte.“

Prim. Univ.-Prof. Dr. Franz Trautinger, Leiter der Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten am Uniklinikum St. Pölten: „Die zentrale Einkaufsstrategie der NÖ Landeskliniken-Holding zeigt auf dem schwierigen Sektor der modernen Verbandstoffe vorbildlich, wie es unter bestmöglicher Einbindung der Anwender gelingen kann, Patientenversorgung auf hohem medizinisch-pflegerischem Niveau bei gleichzeitiger Berücksichtigung
ökonomischer Aspekte zu gewährleisten.“

DGKS Sonja Koller, MBA, Präsidentin der Austrian Wound Assoziation (AWA) und Leitung des Wundmanagements Pflege im LK Melk: „Die enge Zusammenarbeit mit den Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Bereichen und die hohe Expertise aller Mitwirkenden in Kombination mit dem zentralen Einkauf ermöglichen es, unsere Patientinnen und Patienten im Sinne von Best Practice versorgen zu können.“