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Sicherheit im Landesklinikum

Die optimale Sicherheit aller Patienten, Besucher sowie Mitarbeiter muss im Falle einer Gefahrensituation gewährleistet sein.


(v.l.) Landesrat Mag. Karl Wilfing, Ing. Thomas Spitzer, MSc (Kommandant der Betriebsfeuerwehr im LK St. Pölten), Landtags­abgeordneter Ing. Johann Hofbauer (Präsident des NÖ Zivilschutzverbandes), Dipl. KH-BW Helmut Krenn (Kaufm. Geschäftsführer NÖ Landeskliniken-Holding)

Krankenhäuser gelten als „kritische Infrastrukturen“ und sind deshalb verpflichtet, für eine eventuelle Notfallvorsorge spezifische Alarm- und Einsatzpläne zu erstellen und zu üben. Die Planung der  Gefahrenabwehr soll die Kliniken auf schadensrelevante Szenarien vorbereiten. Die Koordinierung dieser Arbeit liegt seit 2007 in den Händen der Abteilung Bau und Facility Management in der Holding-Zentrale, und zwar bei Ing. Sabine Moldaschl. Für die Landeskliniken-Holding regelt das Gefahrenabwehrhandbuch die Organisation der betrieblichen Gefahrenabwehr, legt Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten fest und enthält alle Informationen über den Betrieb (organisatorisch, personell, technisch), sodass besondere Lagen und Krisensituationen bewältigt werden können. Landesrat Mag. Karl Wilfing weiß: „Jedes Landesklinikum ist anders, hat andere Gefahrenpotentiale.“ Deshalb hat jedes Klinikum eine Risikobewertung durchgeführt: Basis war die Risikoanalyse-Matrix, zur Verfügung gestellt von DI Harry Oberlerchner vom Roten Kreuz. Diese wurde mit einem Team aus den Kliniken und dem NÖ Zivilschutzverband weiterbearbeitet und die nötigen Maßnahmen zur Verringerung der Risiken abgearbeitet. „Wir investieren viel in die Sicherheit der Kliniken“, betont Wilfing.

Grundlage Krisenhandbuch

Für das Fußball-Event EURO 2008 hatten die Kliniken ein Krisenhandbuch, aus diesem entstand das Grundlagenhandbuch für die Gefahrenabwehr, in dem der gesamte Handlungsrahmen des Unternehmens bei krisenhaften Ereignissen (Notfall- Krisen- und Katastrophensituationen) abgebildet ist – für externe Großschadensereignisse und Naturkatastrophen ebenso wie die Notfall- und Evakuierungsorganisation für interne Schadensereignisse. Aufbauend auf diesem Basisdokument werden seit 2012 von den einzelnen Kliniken hausindividuelle Pläne erarbeitet. Die Fortschreibung der individuellen Pläne, z. B. nach Ereignissen oder bei betrieblichen Änderungen, ist verpflichtend. Moldaschl resümiert: „Mit relativ wenig Aufwand wurde so eine allgemeine und ausbaufähige Grundlage geschaffen, die dann in der Folge von den einzelnen Kliniken individuell weiterbearbeitet werden kann.“ Wie gut es ist, gerüstet zu sein, hat sich im Vorjahr gezeigt: Im LK Krems wurden wegen des Hochwassers Patienten der Intensivstation in umliegende Kliniken verteilt. Die Vorgangsweise war im Gefahrenabwehrhandbuch beschrieben und dadurch vorbereitet. Ende letzten Jahres betraf der Stromausfall in St. Pölten auch das Landesklinikum. Notstromaggregate übernahmen innerhalb von 15 Sekunden die Versorgung des Klinikums.

Richtiges Verhalten üben

Im Brandfall ist in einigen Kliniken sofort die Betriebsfeuerwehr zur Stelle, doch auch alle anderen Mitarbeiter müssen genau wissen, wie sie sich in einer Gefahrensituation verhalten sollen. Sie müssen optimal geschult sein, um im Bedarfsfall schnell und richtig handeln zu können. In jedem NÖ Landesklinikum gibt es eine betriebliche Brandschutzorganisation, die sich aus drei Mitarbeitern, die rund um die Uhr im Dienst sind, zusammensetzt. Diese Mitarbeiter sind speziell geschult (Brandschutzwarte). Alle Mitarbeiter der NÖ Landeskliniken werden zusätzlich einmal im Jahr mit dem Brandsimulator in der ersten und erweiterten Löschhilfe geschult. In Kooperation mit dem NÖ Zivilschutzverband laufen an allen Klinikstandorten Planspiele für die Mitglieder der Krisenstäbe. Dabei werden mögliche Szenarien, zum Beispiel Strom-Blackout, geübt. Der NÖ Zivilschutzverband unterstützt die NÖ Landeskliniken-Holding in der administrativen Abwicklung der Stabsschulungen sowie bei der Schulung der Digital-Funkgeräte. Die jeweiligen Krisenstäbe werden dadurch bestens auf Notfallszenarien vorbereitet.