Verkürzte Verweildauer an der Chirurgischen Abteilung und am Department für Unfallchirurgie
Neue und vor allem schonende Operationsmethoden bringen es mit sich, dass der für eine Operation notwendige Krankenhausaufenthalt oft sehr kurz gehalten werden kann.

(v.l.) vorne: Prof. Dr. Heiner Welter, Ass. Dr. Kathrin Krammer, hinten: OA Dr. Christian Angerer, Prim. Dr. Stefan Leidl, OA Dr. Eduard Sporer, OA Dr. Markus Kerninger, Ass. Dr. Rainer Hinterleithner
„In den letzten 10 Jahren ist z.B. die durchschnittliche postoperative Verweildauer nach Leistenbruchoperationen von 6 Tagen auf mittlerweile ca. 2 Tage gesunken!“, erklärt Prim. Dr. Stefan Leidl, Primarius am LK Waidhofen/Ybbs. Die damit verbundenen Vorteile sind insbesondere im verbesserten Patientenkomfort zu sehen und in einer Effizienzsteigerung. Unter gewissen Voraussetzungen ist es bei einigen Standardoperationen sogar möglich den Patienten schon am Operationstag wieder in häusliche Pflege zu entlassen. In Waidhofen/Ybbs wurden so in der 1. Jahreshälfte 2012 bereits 267 chirurgische und unfallchirurgische Patienten im Rahmen einer derartigen „Tagesklinik“ operiert, ohne dass der Patient eine einzige Nacht im Spital verbringen musste. Für diese Tagesklinik eignen sich insbesondere Bruchoperationen (Leistenbruch, Nabelbruch oder Narbenbruch), diagnostische Bauchspiegelungen und Gelenksspiegelungen, Hämorrhoiden- und Krampfadernoperationen sowie Operationen des Karpaltunnelsyndroms. „Auch am Department für Unfallchirurgie verkürzt sich die Verweildauer. So wurden im 1. Halbjahr 2012 rund 15% der Operationen problemlos tagesklinisch durchgeführt“, bekräftigt OA Dr. Eduard Sporer. Natürlich stellt eine derartig kompakte Behandlung eine logistische Herausforderung für das Krankenhaus dar und erfordert auch viel Kooperationsbereitschaft und Zeitdisziplin vom Patienten. Grundvoraussetzung zur Durchführung der tageschirurgischen Eingriffe ist ein standardisiertes interdisziplinäres Vorgehen in der Betreuung der tagesklinischen Patienten. Diese werden präoperativ in der Ambulanz fachärztlich begutachtet und die prinzipielle Eignung des Falles für ein tagesklinisches Vorgehen festgestellt. Das persönliche Risikoprofil und auch das persönliche soziale Umfeld (Weg in das Krankenhaus, häusliche Betreuung) werden dabei eruiert und berücksichtigt. Es erfolgt die detaillierte Aufklärung (prä,- intra,- postoperativ) mittels standardisierten Aufklärungsbogen mit Terminisierung der OP, dann die Vorstellung beim Narkosearzt und auf der Station. Am Operationstag erscheint der Patient zwischen 6.00 Uhr und 8.00 Uhr auf der Station und wird nach nochmaligen kurzem Check mit dem aufnehmenden Pflegepersonal zur Operation vorbereitet. Nach dem Eingriff erfolgt vor der Entlassung die nochmalige Kontrolle. Der Patient erhält einen vorläufigen Arzt-Brief mit Hinweisen, Terminen für die Verbandswechsel und die vorgeschriebene Schmerztherapie, welche im häuslichen Bereich einzuhalten ist. Am 2 bis 3 postoperativen Tag sollte die lokale Befundkontrolle in der Ambulanz durch den Chirurgen durchgeführt werden. Die weiteren Verbandswechsel kann, wenn möglich, der Hausarzt übernehmen. Um sich speziell diesen organisatorischen Herausforderungen zu widmen wurde im Landesklinikum Waidhofen/Ybbs eine Station in eine interdisziplinäre Wochenklinik umgewandelt. Ziel ist es, Patienten mit planbarer kurzer Aufenthaltsdauer auf dieser Station aufzunehmen und nach Entlassung dieser Patienten am Freitag abends die ganze Station bis Montag morgens zu schließen. „ Durch diese Prozessverbesserung sind wir wieder einen Schritt weiter in der qualitätsorientierten Patientenbehandlung und in der wirtschaftlichen Effizienzsteigerung“ betont die kaufmännische Direktorin Frau Maria Luise Lackinger. Für manche Patienten, insbesondere ältere Menschen, ist aber trotzdem eine längere Verweildauer notwendig. Insbesondere wenn die Nachbetreuung daheim nicht sichergestellt werden kann, wird die Aufnahme wie bisher üblich durchgeführt. „Wenn sich der Patient nach der Operation nicht fit fühlt heimzugehen, werden wir natürlich auch übers Wochenende die Betreuung im Klinikum sicherstellen“ fügt Frau Pflegedirektor DGKS Ilse Lai hinzu.





