< vorhergehender Beitrag

Vierter Schmerzkongress auf der Rosenburg – die größte Veranstaltung auf dem Gebiet der Schmerzmedizin

Am 16. Mai 2014 fand bereits der vierte Schmerzkongress des Landesklinikums Horn auf der Rosenburg statt. Hochkarätige Referentinnen und Referenten sprechen über neueste Erkenntnisse.


Landesrat Mag. Karl Wilfing, OÄ Dr. Waltraud Stromer und der Ärztliche Direktor des Landesklinikums Horn-Allentsteig Univ.-Prof. Prim. Dr. Martin Breitenseher begrüßen die Besucher des Schmerzkongresses auf der Rosenburg.

(v.l.) 1 Reihe: Bezirkshauptmann Mag. Johannes Kranner, Mag. Franz Huber (Kaufm. Direktor), Pflegedirektorin-Stv. Petra Pacher, Landesrat Mag. Karl Wilfing, OÄ Dr. Waltraud Stromer, Dr. Robert Griessner (Med. Geschäftsführer NÖ Landeskliniken-Holding), Mag. Heinz Haberfeld (Präsident der Landesgeschäftsstelle NÖ der Österr. Ärztekammer), 2. Reihe: Thomas Pökl (Assistenz Med. Geschäftsführung NÖ LK-Holding), Dipl. KH-BW Karl Busta (LK Horn), Univ.-Prof. Dr. Martin Beitenseher (Ärztlicher Direktor), Mag. Jan Pazourek (Generaldirektor NÖGKK)

 Unter der Organisation von OÄ Dr. Waltraud Stromer aus dem Landesklinikum Horn fand zum vierten Mal der größte Schmerzkongress Österreichs statt. Auf Grund der aktuellen Themen haben sich 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Tag in den Prunkräumen des Renaissanceschlosses Rosenburg eingefunden, um ihr Wissen auf dem Gebiet der Schmerzmedizin auszuweiten. Internationale Referentinnen und Referenten berichteten über neueste Erkenntnisse auf dem Gebiet der Schmerzmedizin.  

„Das große Interesse bestätigt die hohe Qualität des Kongresses. Besonders freut mich, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer aus den NÖ Landeskliniken kommen. Dies zeigt das große Engagement und die hohe Bereitschaft unserer insgesamt rund 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur stetigen Weiterbildung im Dienste der Patientinnen und Patienten. Länger andauernde Schmerzen haben auch eine ganz wesentliche Auswirkung auf die psychische Verfassung von Menschen. Daher ist es von hoher Bedeutung, gerade diesen Bereich weiter zu erforschen und gegenseitig Behandlungsmethoden auszutauschen“, so Landesrat Mag. Karl Wilfing.  

Zur Eröffnung begrüßten Organisatorin OÄ Dr. Waltraud Stromer und der neue ärztliche Direktor Univ.-Prof. Prim. Dr. Martin Breitenseher. Eröffnungsreden hielten auch Landesrat Mag. Karl Wilfing in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Dr. Robert Griessner, der medizinische Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding, sowie der Generaldirektor der NÖ Gebietskrankenkasse, Mag. Jan Pazourek und der Präsident der NÖ Apothekerkammer Mag. Heinz Haberfeld.  

Aus umfangreichem Datenmaterial ist bekannt, dass unzureichend behandelte postoperative Schmerzen nicht selten in chronische Schmerzen übergehen. Phantomschmerz, Schmerzen nach Eröffnung des Brustkorbes (z.B. auf Grund einer Herz- oder Lungen-OP) sind hier nur einige beispielhafte Schmerzsyndrome welche zur Chronifizierung neigen. Schon vor der Operation muss der Patient ein entsprechendes schmerztherapeutisches Konzept erhalten, welches während der Operation und auch postoperativ weitergeführt werden muss, um die Schmerzentstehung so weit wie möglich verhindern zu können. Eine gezielte medikamentöse Therapie muss hier zur Unterbrechung der Schmerzleitung – am besten kontrolliert durch einen erfahrenen Schmerztherapeuten - für bestimmte Zeit verordnet werden.  

Wichtig im Rahmen der medikamentösen Schmerztherapie ist es immer den Menschen in seiner Gesamtheit zu erfassen: mit seiner körperlichen Schmerzursache, mit seiner psychischen Verfassung und in seinem sozialen Umfeld. Bei der Auswahl der Medikation sind die bereits bestehenden Erkrankungen des Patienten und die bereits verordneten Medikamente, um Medikamenteninteraktionen und Organschäden verhindern zu können, unerlässlich. Gerade bei bereits bestehenden chronischen Schmerzen, welche die Psyche und das soziale Leben eines jeden Menschen beeinträchtigen, muss ein multimodales, d. h. interdisziplinäres Therapiekonzept, welches als einziges nur zielführend sein kann, erstellt werden. Wichtig ist es den Patienten diese komplexe Problematik einfühlsam näher zu bringen, damit er sich mit seinem Schmerz ernst genommen fühlt und das erstellte Therapiekonzept auch annehmen kann. Ein wertschätzender Umgang mit dem Schmerzpatienten ist Basis des Vertrauens und nur darauf kann sich eine zielführende Schmerzbehandlung aufbauen. Dauern Schmerzen länger als vier Wochen an, sollte der Patient bei unzureichend wirksamer bereits verordneter Medikation einen Schmerzspezialisten aufsuchen.  

Wichtiges und zentrales Thema ist eine individuelle Behandlung je nach Beschwerdebild des Patienten, eine standardisierte Versorgung und eine Überprüfung der Wirksamkeit des Behandlungskonzeptes in regelmäßigen Abständen. Die Kombination unterschiedlicher Behandlungsformen bietet zumeist den größten Behandlungserfolg für den anvertrauten Patienten.  

Weiterbildung auf dem Gebiet der Schmerzmedizin ist unerlässlich, um dem Patienten beste schmerztherapeutische Behandlung bieten zu können.  

Zu all diesen Thematiken wurden während des Schmerzkongresses von zwölf hochkarätigen Referentinnen und Referenten Vorträge geboten. Das Ambiente des Schlosses, ein Fanfarenbläser welcher den Beginn der Vorträge ankündigte, die kulinarische Versorgung durch den Schlossgasthof und eine schauspielerische Darbietung durch Lisa Stern rundeten den Kongresstag ab.

Mit Kongresstaschen und einen Abstrakt-Band, in welchem die Vortragsthemen schriftlich aufgearbeitet wurden, gingen die Besucher um 18 Uhr zufrieden und gesättigt mit neuesten Erkenntnissen nach Hause.