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Was Sie schon immer über Palliative Care wissen wollten

Im Landesklinikum Hollabrunn fand eine ganztägige Weiterbildung zum Thema „Was Sie schon immer über Palliative Care wissen wollten“ statt. Die Mitarbeiterinnen des Palliativteams im Klinikum präsentierten den Teilnehmenden interessante Vorträge, praktische Beispiele und Wissenswertes zum Thema Palliativarbeit.


(v.l.) vorne: DGKS Birgit Leißer, Palliativärztin Dr. Elisabeth Atzmüller; hinten: DGKS Christine Hartl, dipl. Sozialarbeiterin Elisabeth Zeller, DGKS Silvia Hörmann, Koordinatorin DGKS Barbara Bartl, DGKS Helga Urbauer

Palliative Care setzt sich aus dem lateinischen Begriff „pallium“ (weiter Mantel) bzw. „palliare“ (mit einem Mantel bedecken) und dem Wort „care“ (sorgen, umheben, sich kümmern) zusammen.  

Das Palliativteam des Landesklinikums Hollabrunn ist auf die ganzheitliche Betreuung von Patientinnen und Patienten mit einer fortschreitenden, unheilbaren Erkrankung und mit begrenzter Lebenserwartung spezialisiert. Ziel ist es, diesen Menschen die Lebensqualität bestmöglich zu erhalten, ein selbstbestimmtes, würdevolles Leben zu ermöglichen sowie die Individualität zu wahren und den Angehörigen in Zeiten der Krankheit und der Trauer beizustehen. Ebenso werden in einem ganzheitlichen Betreuungsansatz die körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse gleichermaßen berücksichtigt. Das multiprofessionelle, interdisziplinäre Palliativ-Team des Klinikums besteht aus Pflegekräften, Ärztin, Sozialarbeiterin, Seelsorgerin, Diätologinnen und Physiotherapeutinnen. 

Diese und viele zusätzliche Infos gaben die Mitarbeiterinnen des Palliativteams bei der Weiterbildung „Was Sie schon immer über Palliative Care wissen wollten“ an die Interessierten weiter. Weitere Inhalte waren unter anderem die Schmerztherapie, sowie palliativpflegerische Maßnahmen. Das Palliativteam berichtete den Anwesenden über Verbände, Mundpflege, Symptomkontrolle und Schmerzpumpen, womit es die bestmögliche Erhaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten gewährleistet. Es wird somit verstärkt auf die Bedürfnisse, Wünsche und Lebensziele der kranken Menschen eingegangen. 

Das Palliativ-Team betont: „Unser mobiles Team steht auch nach der Entlassung der Patientin bzw. des Patienten telefonisch sowie durch Hausbesuche weiterhin zur Verfügung und ist auf Anfrage auch für Hausärzte, niedergelassene Pflegedienste oder Angehörige verfügbar. Eine offene, sensible Kommunikation, gute Schmerz- und Symptomkontrolle sowie Respekt und Wahrung der Autonomie sind von enormer Bedeutung.“ 

Die Anwesenden erfuhren auch Wissenswertes über die Sicherstellung des Selbstbestimmungsrechtes der Palliativpatientinnen und -patienten und wie darauf Bedacht zu nehmen ist, sei dies durch eine Patientenverfügung, durch die Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger oder durch eine entsprechende Vorsorgevollmacht. Was ist zu tun, wenn eine Patientin bzw. ein Patient weder zu Hause noch im Hospiz sein kann oder sein will und sterbend ist? Diese Frage regte durch die unterschiedlichen Betrachtungsweisen und Perspektiven zur Diskussion an. Es wurde besprochen, mit welchen Sorgen palliativbetreute Menschen zu kämpfen haben und welche Möglichkeiten (Medikation, Empathie, liebevolle Zuwendung, Wahrung der Grenzen etc.) das Palliativteam hat, um unterstützend tätig zu werden.  

Palliativärztin Dr. Elisabeth Atzmüller fasst zusammen: „Außerhalb des Klinikums sind Hausärztinnen und -ärzte, die Teams der Hauskrankenpflege und des mobilen und stationären Hospiz sowie der Pflegeheime die Ansprechpersonen für uns.“ 

Der Film „Ente, Tod und Tulpe“, der vom sensiblen Thema des Sterbens und des Abschiednehmens handelt, bildete den Abschluss und rundete diesen informativen Tag ab.  „Habe keine Angst davor, dass dein Leben eines Tages endet. Fürchte mehr, dass du versäumst, es richtig zu beginnen!“ (Kardinal Newmann)