Am letzten Stand
Mit dem neuen MRT-Gerät bietet das Institut für Radiologie im LK Amstetten Diagnostik auf Spitzenniveau und gewährleistet eine noch bessere Versorgung der Patienten.

Ein Teil des Radiologie-Teams im Landesklinikum Amstetten

Abteilungsleiter Prim. Dr. Peter Chocholka und die
Alles neu im Landesklinikum Amstetten. Mit den Zeiten ändern sich die Ansprüche an ein Krankenhaus und damit auch die medizinischen Standards. Das Landesklinikum wurde deshalb den neuesten medizinischen und baulichen Standards entsprechend modernisiert und erweitert. Einige Bereiche (Frauenheilkunde, Onkologie, Dialyse, Kaufmännische Direktion) sind nun im neugebauten Haus B, dem Nordflügel, untergebracht, einige Abteilungen und Institute umgebaut. Eines davon ist das Institut für Radiologie und Interventionelle Radiologie: Im Juni des Vorjahres starteten die Umbauarbeiten in den ehemaligen Räumen der Dialyse, alles ist nun gemäß strengsten strahlenschutzrechtlichen Vorgaben adaptiert. Heuer am 16. März ging die „neue“ Radiologie im Südflügel in Betrieb, beide MRT, der CT und zwei Aufnahmeplätze sind hier stationiert.
Der Umbau des Nordflügels dauert noch bis Mitte nächsten Jahres an, dort gibt es dann einen weiteren Aufnahmeplatz, Ultraschall, Angiographie, Mammographie, einen Besprechungsraum für das große Team, Befundräume sowie eine Leitstelle. Bis dahin sind diese Einrichtungen im Haus verstreut. Institutsleiter Prim. Dr. Peter Chocholka lobt sein engagiertes Team: „Wir befinden uns in einer Art Zwischenzeit, bis der Nordflügel fertig ist. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meistern die Übergangsphase mit einer enormen Ruhe, damit die Umbauarbeiten für die Patientinnen und Patienten nicht spürbar sind.“ Eine tolle Leistung, zumal die Patientenfrequenz sehr hoch ist: Ambulant und stationär werden jährlich alleine im Schnittbildbereich (MRT/CT) 16.000 Patienten betreut. Diese Zahl wird noch steigen, denn seit Mai kommen auch die Patienten des LK Mauer ins benachbarte Amstetten zu MRT-Untersuchungen, pro Tag etwa sieben bis acht Personen.
1,5 und 3 Tesla
Notwendig machten diese Umstrukturierung die Vorgaben des Großgeräteplans: Im Mai ging in Amstetten ein neuer 3-Tesla-Magnetresonanztomograph (MRT) in Betrieb, der in die Jahre gekommene MRT des LK Mauer (0,5 Tesla) wurde aufgelassen. Kostenpunkt: 1,3 Millionen Euro. 3 Tesla bedeutet Verbesserung der Bildqualität, eine höhere Auflösung und damit genauere und qualitativ hochwertigere Befunde und medizinische Diagnosen. Verbunden mit größtmöglichem Patientenkomfort, betont Chocholka: „Zum einen dauern die Untersuchungen kürzer, zum anderen ist der Röhrendurchmesser größer. Und auch schwer zugängliche Untersuchungsareale können leichter dargestellt werden.“
Der bestehende MRT (1,5 Tesla) wurde mit neuer Software und Hardware umgerüstet. Was unspektakulär klingt, war eine riesige Herausforderung: Techniker aus Deutschland haben den 6.000 Kilo schweren Magneten ausgebaut und in einem extra angefertigten Faradayschen Käfig, einer geschlossenen Hülle zur elektromagnetischen Abschirmung, an seinen neuen Platz transportiert, erzählt die leitende Radiologietechnologin Klaudia Bräuner: „Es war beeindruckend: Alles wurde genau vermessen, sogar Türen ausgebaut, um den Magneten an seinen neuen Bestimmungsort zu bringen.“ Dort wurde er neu aufgesetzt. Nun ist „die Symphony“, wie Klaudia Bräuner das 1,5-Tesla-Gerät gemäß seinem Markennamen liebevoll nennt, wieder in bewährter Weise im Einsatz. Gemeinsam mit dem neuen 3-Tesla-Gerät, „dem Skyra“, der einen weniger melodischen Markennamen hat, gewährleistet das Landesklinikum nun beste Untersuchungsmöglichkeiten.
Beide Magnetresonanztomographen sind die ganze Zeit ausgelastet. Zusätzlich wurden zwei neue vollautomatische Aufnahmeplätze und ein Computertomograph in Betrieb genommen. Damit ist das LK Amstetten für künftige Herausforderungen bestens gewappnet.
Spektrum der Radiologie
Das große diagnostische Institut bietet das gesamte Spektrum der Radiologie an, von klassischem Röntgen und Computertomographie bis hin zu Magnetresonanztomographie und Ultraschall. Dazu kommt der immer wichtiger werdende Bereich der interventionellen Radiologie – Radiologen führen an vielen Organsystemen minimal-invasive Eingriffe durch und ersparen Patienten damit größere Operationen, vor allem an den Gefäßen. „Seit über 20 Jahren bieten wir derartige Eingriffe an“, sagt Primarius Chocholka. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die gute interdisziplinäre Zusammenarbeit, die in der Radiologie besonders wichtig ist und nennt als Beispiel die endovaskuläre (innerhalb des Gefäßes) Versorgung des Aortenaneurysmas, einer Ausweitung der Hauptschlagader: „Gemeinsam mit den Gefäßchirurgen versorgen wir anhand von Bildern, die Röntgen, Ultraschallgeräte, Computer- oder Magnetresonanztomographen liefern, die Aorta und schieben einen Stent, eine Gefäßprothese, mittels Katheter über die Leiste in die Gefäßaussackung ein. Absolute Millimeterarbeit und größte Sorgfalt sind gefragt. Dieser Schwerpunkt hat sich in den letzten sechs bis sieben Jahren verstärkt“, sagt der erfahrene Radiologe.
Seit dem Jahr 2000 arbeitet man hier mit PACS (Picture Archiving and Communication System), einem medizinischen Bildarchivierungs- und -kommunikationssystem. „Wir waren eine der ersten Kliniken in Niederösterreich, die nicht mehr alle Röntgenbilder ausgedruckt hat“, sagt Chocholka. Immer am Puls der Zeit, allen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen – Klaudia Bräuner fasst es folgendermaßen zusammen: „Ich bin stolz auf die hohe Begeisterungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ob frisch vom Studium oder kurz vor der Pension, alle sind hochmotiviert und haben großes Interesse, am letzten Stand der Dinge zu sein.“
Nikola Tesla
Nikola Tesla (1856–1943) war ein Erfinder, Physiker und Elektroingenieur. Als eine seiner berühmtesten Erfindungen gilt der Wechselstrommotor. Über 100 Patente meldete der Serbe kroatischer Abstammung Zeit seines Lebens an. Die physikalische Einheit der magnetischen Flussdichte ist nach ihm benannt – das Tesla.
Aufgaben & KompetenzenDas breite Betätigungsfeld des Instituts für Radiologie und Interventionelle Radiologie umfasst neben der konventionellen Röntgendiagnostik die computertomografische Schnittbilddiagnostik, Ultraschalluntersuchungen und angiografische Untersuchungen. Bei speziellen Fällen werden auch CT- bzw. US-gezielte Punktionen zur Gewebsgewinnung durchgeführt. Es werden auch Tumore der weiblichen Brust gezielt aufgesucht und für die chirurgischen Therapien markiert. Das Mehrzeilenspiral-CT und die Magnetresonanztomografie ermöglichen die Ausdehnung der Untersuchungen auf die Gelenksregionen einerseits und die hirnorganischen Strukturen andererseits – insbesondere in Zusammenarbeit mit der Neurologie und der Stroke-Unit wird somit das diagnostische Potenzial beträchtlich aufgewertet.
Informationen: www.amstetten.lknoe.at





