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Der IT-Manager

DI (FH) Mag. Andreas Hofleitner ist mit seinem Team dafür verantwortlich, dass die NÖ Landeskliniken eine leistungsfähige ITInfrastruktur zur Verfügung haben.


Ob die Abfrage von Patientendaten, die Befundung von MR-Untersuchungen oder die Abwicklung einer Lebensmittelbestellung, ob die Erstellung von Dienstplänen, die Zeiterfassung oder die OP-Planung – fast alles, was in den NÖ Landeskliniken Tag für Tag und rund um die Uhr geleistet wird, hat etwas mit Computern zu tun – und damit mit der Abteilung Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in der Zentrale der NÖ Landeskliniken-Holding. Seit Mai 2013 liegt deren Leitung in den Händen von DI (FH) Mag. Andreas Hofleitner. Der 32-Jährige ist mit seinem etwa 20-köpfigen Team sowie den IT-Mitarbeitern vor Ort dafür verantwortlich, dass die in den Landeskliniken benötigten Daten jederzeit zur Verfügung stehen, und zwar da, wo sie gebraucht werden. Hofleitner kennt die NÖ Landeskliniken- Holding bereits seit 2005, war davor als Projektleiter in der Abteilung für die Themen Netzwerktechnik und IT-Infrastruktur zuständig, schließlich auch Bereichsleiter und stellvertretender Leiter der Abteilung, die davor von Mag. Hubert Lindner geführt wurde. Hatte er sich damals nur am Rande mit den Geschäftsprozessen in der NÖ Landeskliniken-Holding beschäftigt, setzt sich Hofleitner nun gründlich damit auseinander: „Jetzt geht es darum, die Prozesse rund um das Kerngeschäft genau zu verstehen, die IT zu positionieren und Lösungen zu erarbeiten.“

Übersetzungs-Spezialist

Oberste Priorität hat für den gelernten Techniker und Wirtschaftsmann der medizinische Bereich und seine Anforderungen an die IT: Was brauchen Ärzteschaft und Pflege? Wie müssen die Benutzeroberflächen auf den Bildschirmen und die darunterliegende Software funktionieren, damit sie die Behandlung der Patientinnen und Patienten optimal unterstützt? „Die IT muss genau nachvollziehen können, was die Anwender konkret tun. Diese Abläufe sind organisatorisch und technisch häufig äußerst komplex, sodass die Erarbeitung der optimalen IT-Unterstützung oftmals gar nicht so einfach ist. Das ist so eine Art Übersetzungstätigkeit zwischen den verschiedenen Professionen, schwierig, aber spannend.“ Derzeit läuft zum Beispiel gerade die Arbeit an einem Onkologie-Informationssystem, einer Datenbank, in der alle Krebsfälle dokumentiert werden sollen. Steht diese Datenbank, bietet sie enormes Potenzial für die onkologische Behandlung, aber auch für die medizinische Forschung. Derzeit geht es um die Praktikabilität: Welche Daten müssen wann von wem eingegeben werden, welche Informationen sollen zu welchem Zeitpunkt abrufbar sein? Welche Befunde und Dokumente sollen in weitere Informationssysteme übergeben werden? Hofleitner: „Für uns ist es wichtig, Verantwortung nur dafür zu übernehmen, was wirklich in die Kompetenz der IKT fällt, denn die dahinter liegenden Themen und Details müssen die zuständigen Fachabteilungen klären.“

Arbeitsteilung

Immer mehr befasst sich die IKT-Abteilung mit den Prozessen, die nötig sind, damit die verschiedenen Bereiche in den NÖ Landeskliniken, den Regionalmanagements und der Holding- Zentrale ihre Arbeit für die Patientinnen und Patienten leisten können. Die IT-Abteilungen in den Landeskliniken sind dabei wichtige Partner: Die lokalen IT-Spezialisten betreiben wichtige medizinische Informationssysteme sowie die lokale Infrastruktur, wie etwa Netzwerk und Arbeitsplätze. Zudem sind sie die erste Ansprechstelle für die Anwender und damit wesentlich in der Supportkette. Wichtiges Bindeglied zwischen lokaler IT-Einheit und der Abteilung IKT sind die fünf IKT-Regionalkoordinatoren, die im Auftrag der Regionalmanagements den regionalen IT-Betrieb sicherstellen.

Selbstbild

Die IT sieht Hofleitner in der Rolle eines Dienstleisters, mit der Aufgabe, zum Erreichen der Unternehmensziele beizutragen: „Wir verstehen uns als strategischer Partner der Landeskliniken, der Regionalmanagements und der Holding-Zentrale. Wir stimmen uns mit den Fachabteilungen ab und klären, wie deren Ziele und Anforderungen durch die Arbeit der IT optimal unterstützt werden können. Dann entwickeln wir die Lösungen, die in den Landeskliniken gebraucht werden.“

Langfristige Planung

Wichtig ist Hofleitner, nicht nur das Tagesgeschäft zu absolvieren, sondern die langfristige Planung immer im Auge zu behalten: „In den letzten Monaten habe ich mit der Geschäftsführung, den Regionalmanagements und den Fachabteilungen Punkt für Punkt abgeklärt, was wir in den nächsten Monaten, aber auch mittelfristig schaffen wollen, welche Maßnahmen wir priorisieren, aber auch, was derzeit keine Priorität hat und daher nicht gemacht wird. Wir müssen die vorhandenen Ressourcen bestmöglich nützen.“ Grundlage für diese Planung war für Hofleitner die Ziele-Landkarte der NÖ Landeskliniken-Holding: „Dieser Priorisierungsprozess war eine Premiere im Unternehmen und ein wesentlicher Erfolg für die Abteilung. Sehr wichtig war dabei die gute Zusammenarbeit mit Mag. DDr. Johann Plocek, Bereichsleiter Strategisches Controlling in der Abteilung Finanzen und Controlling: Wir haben alle kurz- und mittelfristigen Anforderungen und Wünsche an die IT aufgelistet, den jeweiligen Aufwand für die Umsetzung errechnet, die strategisch wichtigsten Projekte daraus bestimmt und so eine sehr gute Entscheidungsgrundlage für die Geschäftsführung vorbereitet. Im Ergebnis steht nun fest, welche Maßnahmen wir 2014 fokussiert angehen und was wir verschieben oder streichen.“

Große Meilensteine 2014

Eines der wichtigsten Themen für 2014 ist für Hofleitner und seine etwa 20 Mitarbeiter die Anbindung der Elektronischen Gesundheitsakte NÖ ELGA an die Bundes-ELGA, die mit Jahreswechsel starten wird. Die technische Unterstützung der beiden Logistikzentren in Wiener Neustadt und St. Pölten, österreichweit die ersten ihrer Art, fällt ebenso in die Aufgabe der Abteilung. In der zweiten Jahreshälfte soll die Einführung des Onkologie-Informationssystems in den ersten Landeskliniken starten. Auch der Rollout des Labor-Informationssystems läuft heuer weiter.

Sport & Bilder

Entspannung findet der naturverbundene Manager, der seit mehr als zehn Jahren in einer Partnerschaft lebt, beim Mountainbiken im Wienerwald und in den Alpen. Schitouren liebt er ebenso wie Wanderungen und Reisen. Heuer wird er gut drei Wochen lang zwischen Denver und Seattle in Nordamerika unterwegs sein. Und bestimmt werden dabei wieder zahlreiche Fotos entstehen. „Da lasse ich mir wirklich Zeit, um besondere Stimmungen einzufangen.“ Zeit zum Schauen und Krafttanken. 

 

 

DI (FH) Mag. Andreas Hofleitner

1981 in Amstetten geboren, studierte an der FH St. Pölten Telekommunikation und anschließend Computer Science Management an der TU Wien. Postgradual rundete er seine Ausbildung mit einem Management-Lehrgang an der WU Wien ab. Nach einem halben Jahr Berufspraktikum arbeitete er als System Engineer IT Networks & Security und wechselte 2005 in die NÖ Landeskliniken-Holding, wo er als technischer Projektleiter in der Serviceeinheit IKT begann und ab 2009 in der Abteilung für Organisationsentwicklung und IKT den Fachbereich IKT-Infrastruktur leitete.