Der Zukunft voraus
Werden Landeskliniken neu oder umgebaut, wird der Aspekt Umwelt und Nachhaltigkeit immer wichtiger.

Schon jetzt nutzt die NÖ Landeskliniken-Holding neben ausgezeichneter Dämmung und Solarenergie auch Erdwärme, wie hier für den Neubau des LK Neunkirchen.

Ing. Thomas Hauer-Dobeš, MSc, hat für seine Master- Thesis Grundlagen für nachhaltiges Bauen in den Landeskliniken erarbeitet. Sein großes Danke gilt all jenen, die ihn dabei unterstützt haben, das Studium neben der laufenden Arbeit zu absolvieren.
Das Thema nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen ist die Zukunft, davon ist der Leiter der Abteilung Bau und Facility Management in der Zentrale der NÖ Landeskliniken-Holding, Ing. Thomas Hauer-Dobeš, MSc, überzeugt. Der Bauexperte hat gerade sein Master-Studium am Department für Bauen und Umwelt an der Donau- Universität Krems abgeschlossen. Der Titel seiner Abschlussarbeit: „Machbarkeitsstudie als Entscheidungsgrundlage für nachhaltige Projektentwicklungen im Gesundheitswesen“. Seine Motivation für Studium und Arbeit: „Ich bin überzeugt, dass es nach ein paar Jahren negative Konsequenzen hat, wenn man beim Bauen im Gesundheitswesen nicht von Anfang an auch die Umweltaspekte in die Planung miteinbezieht.“ Deshalb hat er im Studium ein Planungsraster mit Bewertungskriterien entwickelt, mit dem in einem mehrstufigen Verfahren alle wesentlichen Fragen und Aspekte zum Thema Nachhaltigkeit eines Bauvorhabens abgeklopft werden können. Dieses Werkzeug soll künftig für alle Neu- und Umbauten genutzt werden. Hauer-Dobeš erklärt: „Klar ist die Versuchung groß, am Anfang weniger zu investieren, um die Erstinvestkosten der Immobilie möglichst gering zu halten. Damit muss man aber auch mittel- und langfristig mit höheren Betriebskosten rechnen.“
Intensive Recherchen
Für sein Studium hat Hauer-Dobeš sehr viel an aktueller Literatur analysiert und sich auf den neuesten Stand des technischen Wissens, aber auch des akademischen Diskurses gebracht, und weiß nun genau, wo die heiklen Punkte liegen und wo sich in den kommenden Jahren noch einiges entwickeln wird: „Auf jeden Fall hat sich mein Bewusstsein enorm geschärft.“ Das Besondere am Bauen für das Gesundheitswesen ist die geringere „Lebensdauer“ von Neubauten, weiß Hauer-Dobeš: „Normalerweise schreibt man Immobilien auf 20 Jahre ab, das heißt man rechnet, dass man sie 20 Jahre ohne nennenswerte Renovierungsarbeiten nutzen kann. Im Krankenhausbau liegt die Nutzungsdauer einzelner Bereiche allerdings sehr oft bei nur zehn bis 15 Jahren. Das liegt an der starken Abnutzung durch die Patienten- und Besucherströme, aber auch an den raschen Fortschritten in der Medizin und Medizintechnik. Neue Technologien benötigen neue Raumkonfigurationen. Deshalb ist es eine besondere Herausforderung bei Klinikbauten, ein neues Projekt so aufzusetzen, dass man gewappnet ist für alle möglichen Entwicklungen und Flexibilität in alle Richtungen einplant und mitberücksichtigt.“
Baustoffe recyceln
Gerade wegen der vorhin erwähnten unterschiedlichen Nutzungsdauer einzelner Immobilien tritt auch ein Thema verstärkt in den Vordergrund, das der private Häuslbauer noch nicht so im Fokus hat: der ressourcenschonende Umgang mit Baustoffen – das Recycling von Baustoffen. „Diesen Aspekt müssen wir natürlich von Anfang an mitdenken, um im Sinne der Nachhaltigkeit zu arbeiten – es geht darum, schon zu Beginn einzuplanen, wie man die Baustoffe nach der Nutzung weiterverwenden kann“, weiß Hauer-Dobeš. Das ist natürlich auch ein Thema, das die Bau-Abteilung, auch im Sinne des Nachhaltigkeitsprogrammes des Landes NÖ, als Auftrag an die jeweiligen Architekten weitergibt. Für Hauer-Dobeš ist dies ein Paradigmenwechsel: „Wir müssen alle Chancen nutzen, um umweltgerecht zu bauen – von der Dämmung, damit unsere Gebäude Niedrig- oder Nullenergiehäuser werden, über die Nutzung der Erdwärme, wie zum Beispiel im Neubau Neunkirchen, bis zum Nutzen aller sinnvollen Möglichkeiten wie Sonnenkraft usw. Das Umdenken hat ja erst begonnen, und es wird auch noch eine Zeit dauern. Aber wir müssen dabei vorangehen. Denn ich glaube, es gibt keinen anderen Weg. Für unsere Umwelt ist es allerhöchste Zeit.“





