Neuer Leiter der Klinischen Abteilung für Innere Medizin 1
Mit Anfang Juli 2015 wurde OA Dr. Martin Wiesholzer zum Leiter der Klinischen Abteilung für Innere Medizin 1 am Universitätsklinikum St. Pölten ernannt. Prim. Wiesholzer sieht es als Privileg seit 23 Jahren an dem Ort ärztlich tätig zu sein, an dem er auch geboren wurde. Aus dieser Tatsache ergibt sich eine sehr enge Bindung an das Haus, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vor allem an die Patientinnen und Patienten. Im nachstehenden Interview erfahren Sie mehr zu seiner fachlichen Ausrichtung, seiner Persönlichkeit und seinen Plänen und Zielen.

Prim. Dr. Martin Wiesholzer, Leiter der Klinischen Abteilung für Innere Medizin 1 am Universitätsklinikum St. Pölten
Seit 1. Juli sind Sie Leiter der Klinischen Abteilung für Innere Medizin 1 im Universitätsklinikum St. Pölten. Welche neuen Herausforderungen warten auf Sie?
Die Leitung einer Abteilung von der Größe und dem Leistungsumfang der Inneren Medizin 1 (über 50.000 ambulante Patientenkontakte und 23.500 Belegtage pro Jahr) ist eine sehr reizvolle Aufgabe, an die ich mit großer Freude und Elan herangehe. Ich bin seit vielen Jahren an der Abteilung tätig und seit 2004 als 1. Oberarzt in zahlreiche Führungsaufgaben eingebunden. Viele der Tätigkeiten und Herausforderungen der ärztlichen Abteilungsleitung sind mir deshalb bereits vertraut.
Welche Pläne haben Sie für die Abteilung in St. Pölten, die Sie in den nächsten Jahren gerne realisieren würden?
Die Abteilung soll ein leistungsstarker, innovativer Ort sein, an dem Medizin auf dem letzten Stand der Wissenschaft praktiziert und gelehrt wird. Wenn uns das gelingt und wir dabei nicht aus den Augen verlieren, dass unser vorrangiges Ziel in der bestmöglichen und umfassenden Behandlung unserer Patientinnen und Patienten liegt, habe ich mein Ziel erreicht. Trotz aller Fortschritte und medizinischer Möglichkeiten müssen wir darauf achten, dass die Medizin ihr menschliches Antlitz nicht verliert. Gerade die Innere Medizin ist viel mehr als der Versuch, Menschen zu heilen.
Als Teil der Karl Landsteiner Privatuniversität wird die Abteilung einen wichtigen Teil in der Ausbildung zukünftiger Arzte übernehmen und so ihren Beitrag zur zukünftigen Versorgung Niederösterreichs mit gut ausgebildetem ärztlichen Personal leisten.
Welche Schwerpunkte setzt die Klinische Abteilung für Innere Medizin 1 in St. Pölten?
Die Innere Medizin ist das nephrologische Referenzzentrum für Niederösterreich und darüber hinaus eines der bedeutendsten Zentren für die Behandlung von Nierenkrankheiten in Österreich. Diesen Stellenwert gilt es im Interesse unserer Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln und auszubauen.
Der hämatoonkologische Schwerpunkt der Abteilung betreut krebskranke Patientinnen und Patienten im großen Einzugsgebiet des Krankenhauses. Unser Ziel muss sein, in enger Zusammenarbeit mit den Spezialabteilungen im Haus, aber auch anderen onkologischen Zentren in Niederösterreich unseren Patientinnen und Patienten, die bestmögliche Behandlung auf dem neuesten Stand der Medizin zukommen zu lassen.
Der dritte Schwerpunkt der Abteilung liegt in der Endokrinologie, wobei wir uns hier unter anderem mit Stoffwechselerkrankungen, allen voran dem Diabetes Mellitus beschäftigen. Die Abteilung soll wie bisher eine Anlaufstelle in Spezialfragen und bei Komplikationen sein. (Insulinpumpenträger, junge Typ 1 Diabetiker, schwangere Diabetikerinnen etc.). Die diabetische Basisversorgung ist bei den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen in bewährten Händen.
Welche medizinischen Entwicklungen erwarten Sie in Zukunft in Ihrem Fachgebiet?
In vielen Bereichen unserer Schwerpunkte gibt es zahlreiche, sehr spannende Neuerungen:
In der Nephrologie erlaubt uns der Fortschritt in vielen Bereichen der Medizin immer mehr Patientinnen und Patienten mit Nierenerkrankungen erfolgreich zu behandeln. Die Dialyse als Nierenersatztherapie wird sich zukünftig von einer Einheitstherapie zu einer für den Patienten maßgeschneiderten Therapie mit höherer Lebensqualität entwickeln. So soll etwa ein wachsender Teil unserer Patientinnen und Patienten zukünftig in der Lage sein, die Dialyse nicht im Krankenhaus, sondern zu Hause durchzuführen. Unser Wissen als eines der führenden Zentren im deutschsprachigen Raum auf diesem Gebiet wollen wir nützen, um diese Möglichkeiten für den Patienten auszubauen. Bei der Nierentransplantation gilt es zukünftig mehr Patientinnen und Patienten den Zugang zu dieser Behandlung zu ermöglichen und darüber hinaus durch neue Medikamente die Lebensdauer der Transplantate zu verlängern.
In der Hämatoonkologie findet eine stürmische Entwicklung von konventionellen Therapien hin zu sehr gezielten, komplexen und hochwirksamen Krebstherapien statt. Der medizinische Fortschritt, dem wir uns als Spezialabteilung und Universitätsklinikum in besonderem Maße verpflichtet fühlen, wird zukünftig vielen krebskranken Patientinnen und Patienten deutlich bessere Behandlungsmöglichkeiten und eine bessere Lebensqualität unter der Therapie bringen.
In der Diabetologie hat in den vergangenen Jahren eine Flut von neuen Behandlungsformen Einzug gehalten. Ein Ausbau vorbeugender Maßnahmen und diese neuen Therapiekonzepte sollen uns helfen, die Ausbreitung des Diabetes zu bremsen und dessen Spätschäden zu verhindern.
Mit welchen Eigenschaften würden Sie sich selbst beschreiben?
Ich habe das Glück einen Beruf zu haben, den ich nach vielen Jahren immer noch genau so aufregend und spannend empfinde wie zu Beginn meiner Tätigkeit. Ich bin neugierig und entwickle gerne innovative Ideen. Ich gelte als teamfähig, ausgesprochen belastbar, zielorientiert, umsichtig, entscheidungsfreudig und kann gut mit Leuten umgehen.
Meine Motivation für diese Tätigkeit gründet sich in der Freude an der Arbeit mit Menschen und der Möglichkeit einer gestaltenden Tätigkeit. In das Zentrum meines beruflichen Handelns versuche ich stets das Wohl der mir anvertrauten Menschen zu stellen, welche ich auf Basis ethischer Grundsätze nach bestem medizinischem Wissen behandle.





