Rekordverdächtig
Seit zwei Jahren sind die Badener und Mödlinger Geburtshilfe ein gemeinsames Team und mittlerweile zur größten des Landes gewachsen.
Helle und wohnliche Geburtszimmer, eine freundliche Atmosphäre, jede Mutter wird von einer Hebamme betreut: In Niederösterreich werden Babys mit viel Liebe im Leben begrüßt, wie zum Beispiel an der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Landesklinikum Mödling. Im Jahr 2015 erblickten hier 1.841 Kinder das Licht der Welt, ein Zuwachs von elf Prozent zum Jahr davor. Seit der Zusammenlegung der Geburtshilfe Baden und Mödling im Jahr 2014 ist die Mödlinger Abteilung zur größten des Landes gewachsen. Geleitet wird sie von Prim. Priv.-Doz. Dr. Andreas Brunner, selbst Vater von zwei Kindern. Für ihn war die Zusammenlegung nicht nur ein logischer Schritt, sondern vor allem notwendig, denn ein Standort biete viele Vorteile: „Ein Klinikum, in dem Geburtshelfer und Kinderärzte für die gemeinsame Versorgung von Mutter und Kind verantwortlich sind, ist für werdende Mütter attraktiv.“ Mit dem Neubau beider Kliniken werden gezielt Schwerpunkte gesetzt, um künftig an beiden Standorten neben der Grundversorgung eine optimale Patientenversorgung zu gewährleisten. Die geburtshilflichen Kompetenzen sind nun zur Gänze am Standort Mödling gebündelt. Damit wird ein besonderer Schwerpunkt weiterentwickelt und ein modernes Eltern-Kind-Zentrum in Mödling etabliert.
Zusammenlegung
Wie funktioniert eine derartige Zusammenlegung von zwei Abteilungen? Das komplette Team der Badener Geburtshilfe übersiedelte nach Mödling, die Übersiedlung und Zusammenführung hat gut geklappt, berichtet DGKS/DKKS Martina Plescher, die Ende 2013 die Stationsleitung übernahm. Sie leitet ein 49-köpfiges Team aus Hebammen, diplomierten Gesundheits- und Krankenschwestern sowie diplomierten Kinderkrankenschwestern, organisiert den Betrieb auf der geburtshilflichen Station und überblickt die Abläufe im Kreißsaal.
Etwa vier Geburten pro Tag zählen zum Alltag, es kann aber auch noch viel mehr sein: Erst kürzlich meisterte das Team eine besondere Herausforderung – 14 Geburten in 24 Stunden, „das war unsere Spitze“, lächelt Plescher. Doch hier hat man auch schwierige Situationen fest im Griff. Die erfahrene Kinderkrankenschwester arbeitete davor einige Jahre an beiden Standorten, sowohl in Baden als auch in Mödling, in leitender Funktion: „Ich kannte beide Teams, was bei der Zusammenlegung ein großer Vorteil war. Alle Kolleginnen haben sich gut eingefunden.“ Prim. Brunner und Stationsleiterin Plescher streuen ihrem Team Rosen: „Wir danken wirklich jedem und jeder Person im Team, dass sie sich auf dieses Abenteuer eingelassen haben. Alle haben am gemeinsamen Ziel gearbeitet – die Zusammenführung zu einem Team ist gut gelungen.“ Auch in punkto Arbeitsweisen sei das geglückt, berichtet Martina Plescher: „Wir haben gemeinsam standardisierte Abläufe erarbeitet, sogenannte Standard Operating Procedures.“ Diese einheitlichen Richtlinien sind seit Anfang 2014 im Einsatz.
Fächerübergreifend
Das Team bereitet sich laufend auf nicht alltägliche Fälle und Notfallszenarien vor, wie etwa einen Sectio-Alarm. Auch gemeinsam mit anderen Abteilungen, wie der Anästhesie oder der Kinder- und Jugendheilkunde. Mit diesen beiden Abteilungen gibt es viele Schnittstellen, angefangen bei der Geburt mit Epiduralanästhesie, über Not-Kaiserschnitte bis hin zur neonatologischen Versorgung. „Die Arbeitsbereiche greifen Hand in Hand, daher ist gutes Teamwork hier ein Muss“, erklärt Brunner, „sonst könnten wir unsere Arbeit im Eltern-Kind-Zentrum nicht so gut machen.“
Er freut sich, dass man auch räumlich näher zusammenrückt: In Pavillon B, derzeit noch in Bau, wird neben der Geburtshilfe auch die Kinder- und Jugendheilkunde untergebracht sein. Ende 2017 wird es so weit sein. Die neuerliche Übersiedlung sieht der Abteilungsvorstand gelassen: „Wir waren die erste Abteilung, die 2014 in den neugebauten Pavillon A übersiedelt ist und ziehen 2017 als erste in Pavillon B ein. Dann haben wir Kreißsaal und Wochenbett in einem Stockwerk und sind in der Nähe der Kinderabteilung. Das Übersiedeln wird auch diesmal wieder reibungslos klappen.“ Dann ist man nicht nur die größte, sondern auch die modernste Geburtshilfe Niederösterreichs.
Frauenheilkunde
Der zweite große Arbeitsbereich der Abteilung ist die Gynäkologie oder Frauenheilkunde, die Lehre von den Erkrankungen und der Behandlung des weiblichen Sexual- und Fortpflanzungstrakts bei nicht-schwangeren Frauen. Die Patientinnen kommen aus allen Altersgruppen, am häufigsten jedoch sind es Frauen zwischen der Pubertät und den Wechseljahren. Das gynäkologische Tagesgeschäft sind Blutungsstörungen, Regelprobleme, Vorsorge-Untersuchungen sowie die Abklärung von Auffälligkeiten und die Behandlung von Zysten und Gewächsen, die einen immer größeren Stellenwert einnimmt. „Besonders der operative Bereich hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen“, erklärt Brunner. Als Grund dafür nennt er die häufigeren Routine-Untersuchungen und besseren Untersuchungsmethoden, mit denen man immer mehr Probleme immer früher feststellen kann. Gleichzeitig werden auch die Behandlungstechniken ständig weiterentwickelt und so können heute viele Erkrankungen auf eine sehr schonende und erfolgversprechende Weise behandelt werden.
Die Abteilung bietet das gesamte Spektrum an – von Kürettagen bis zu Karzinom-Operationen. Zusätzlich zur hohen Geburtenzahl kann die Abteilung noch mit weiteren beeindruckenden Zahlen aufwarten: Im Jahr 2015 zählte man 2.438 Operationen, 4.293 stationäre Aufenthalte, 18.865 ambulante Frequenzen und 796 tagesklinische Eingriffe. Auch das klingt rekordverdächtig.
Das Team (Dienstposten):
21 Ärztinnen & Ärzte(+ 6 im Turnus)
22 diplomierte Kinderkranken- bzw. Gesundheits- und Krankenschwestern
23 Hebammen
3 Abteilungshelferinnen
1 Pflegehelferin
Aufgaben & Kompetenzen
Die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe ist die geburtenreichste Abteilung in Niederösterreich. Jährlich erblicken hier rund 1.800 Kinder das Licht der Welt, rund 2.500 gynäkologische Eingriffe werden durchgeführt. Ein Großteil der gynäkologischen Operationen wird mittlerweile laparoskopisch durchgeführt. Kleinere Eingriffe werden auch tagesklinisch angeboten.
Angebote im Bereich der Gynäkologie:
- komplettes Spektrum der gynäkologischen Operationen
- gynäkologisch-onkologische Eingriffe
- moderne Operationsverfahren bei Harninkontinenz und Senkungszuständen
- endoskopische Operationen
- Behandlung von Brusterkrankungen
- uro-/gynäkologische Ambulanz, Inkontinenzbetreuung und -beratung
- Brustambulanz
Angebote im Bereich der Geburtshilfe:
- geburtshilfliche Ambulanz
- Pränataldiagnostik (Combined Test, Entwicklungs-Ultraschall)
- familienorientierte Geburtshilfe (z. B. ambulante Geburt, Geburtsbegleitung)
- Betreuung in Schwangerschaft und Wochenbett, Stillberatung
- Anwendung von homöopathischen Essenzen und ätherischen Ölen
Informationen: www.moedling.lknoe.at






