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Sichere Abläufe in den Kliniken

Die Abteilung Medizinische und Pflegerische Standards und Prozesse, die jüngste in der Holding-Zentrale, sieht sich als Helfer und Werkzeug-Lieferant der Kliniken.


Mag. (FH) Thomas Pökl

Wie genau sieht die Behandlung in einer Inter­disziplinären Aufnahmestation (IAS) aus? Was passiert alles ab dem Zeitpunkt, zu dem eine Patientin oder ein Patient zur Tür hereinkommt? Wer macht welche Arbeiten, vom allerersten Ansprechen über die Triage bis hin zum Behandeln, Weiterleiten oder Entlassen des Patienten? Welche Daten müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wann in diesem Ablauf erheben, welche Dokumente erstellen? Und was alles muss man dabei bedenken? Diese Fragen zu beantworten und daraus den bestmöglichen Arbeitsablauf zu entwickeln, ist das Kerngeschäft der Abteilung Medizinische und Pflegerische Standards und Prozesse (MPSP), erklärt Abteilungsleiter Mag. (FH) Thomas Pökl: „Wir helfen den Kliniken dabei, sichere Abläufe und Prozesse zu gestalten. Das ist ein wichtiger Faktor im Qualitätsmanagement.“ Im kaufmännischen Bereich ist diese Vorgehensweise selbstverständlich, in Medizin und Pflege aber noch nicht. Doch in Zeiten knapper werdender Ressourcen und immer höherer Anforderungen müssen sich auch die Kliniken professionell organisieren. Und dabei unterstützen sie Thomas Pökl und sein Team.

Pflöcke einschlagen für die Qualität

Dafür gibt es erprobte Vorgehensweisen und Werkzeuge, mit denen sich diese komplexen Aufgaben gut abbilden und damit strukturiert bearbeiten lassen, wie etwa das Prozessmanagement-Werkzeug ADONIS, das die vier Mitarbeiterinnen gemeinsam mit Pökl nutzen und auch weiterentwickeln. Erst wenn die jeweilige Ist-Situation erhoben und dargestellt ist, kann man sinnvoll daran arbeiten, sie zu verbessern. Ziel ist, die Abläufe und Prozesse in den Kliniken so zu gestalten, dass sie sicher und effizient sind: „Wir helfen damit aber auch, Synergien zu heben. Denn diese Abläufe sind prinzipiell zum Beispiel in allen Aufnahmestationen oder -bereichen gleich. Macht man sich die vielen einzelnen Schritte bewusst, kann man beispielsweise auch die richtigen Abläufe und Werkzeuge definieren, die nötig sind, damit die IT-Abteilung sinnvolle und arbeitssparende Computerprogramme dafür entwickeln kann.“
Pökl und sein Team beschäftigen sich dabei nicht mit medizinischen Behandlungspfaden, sondern mit den organisatorischen Abläufen. Und sie lassen den einzelnen Kliniken auch ihre eigenen, bewährten Abläufe. Bei den IAS nutzen sie die entsprechende Qualitätsrichtlinie des Bundes, analysieren sie und ersparen damit den Abteilungen viel Arbeit, formulieren die Mindestanforderungen und setzen im Prozessablauf Kontrollpunkte fest, die alle IAS einhalten müssen. „Wir schlagen sozusagen nur die wichtigsten Pflöcke ein. So können die einzelnen Kliniken individuell bewährte Vorgehensweisen erhalten, und wir schaffen es trotzdem, dass alle IAS sicher und in guter Qualität unterwegs sind und gleichzeitig effizient mit den Ressourcen umgehen“, sagt Pökl.

Mit den Profis vor Ort

Dabei ist es Pökl und seinen Fachfrauen wichtig, eng mit den Expertinnen und Experten in den NÖ Landes- und Universitätskliniken zusammenzuarbeiten, ebenso mit den Regionalmanagements und den Abteilungen in der Holding-Zentrale: „Wir sehen uns als beratende Stelle und helfen dabei, zielgerichtet mit den einzelnen Fachexperten zu kommunizieren.“ Hilfreich ist, dass sowohl Pökl als auch zwei seiner Mitarbeiterinnen gelernte Pflegekräfte sind, die sich sehr gut mit speziellen Fragen in den Abläufen auseinandersetzen können. Aber auch ihr gesundheitswissenschaftliches Überblickswissen kommt dem Team zugute, wenn es um Themen wie einheitliche Leistungskataloge für die ambulante Versorgung geht oder um komplexe Fragen wie die Umsetzung der elektronischen Gesundheitsakte ELGA des Bundes. Die Abteilung ist Koordinatorin in verschiedenen Fachbeiräten der NÖ Landeskliniken-Holding wie Labormedizin oder Pathologie und damit immer gut informiert über die sich verändernde Arbeitswelt in den Kliniken. So leistet sie ihren Beitrag zur Weiterentwicklung der Versorgung.

Standardisierungsprojekte                   

  • Pathologie/Mikrobiologie: Standardisierung
    Verantwortlich: Katharina Stornig
    Definition von Standards für den Fachbereich Pathologie/Mikrobiologie innerhalb der NÖ Landeskliniken-Holding als Basis für die Implementierung eines zentralen Systems
  • ELGA-Umsetzung
    Verantwortlich: Kerstin Hovezak
    Schaffung und Umsetzung der organisatorischen Vorkehrungen zur Bereitstellung der erforderlichen Dokumente für ELGA
  • NÖ medizinischer Leistungskatalog/ambulante Dokumentation und Diagnosen-Dokumentation
    Verantwortlich: Cornelia Jurcsa und Kerstin Hovezak
    Erstellung eines medizinischen Leistungskataloges aller ambulanter Leistungen in NÖ unter Berücksichtigung des gesamten Prozesses von der Aufnahme bis zur Verrechnung
  • Radiologiekatalog
    Verantwortlich: Kerstin Hovezak
    Proof of Concept-Umsetzung des standardisierten Leistungskataloges Radiologie im Universitätsklinikum St. Pölten und im Landesklinikum Waidhofen/Ybbs
  • IAB/IAS
    Verantwortlich: Cornelia Jurcsa
    Erstellung eines Standards zur holdingweiten Umsetzung von IAB/IAS
  • Pharmazeutische Beratung/Medikation
    Verantwortlich: Barbara Pallinger
    Unterstützung des ärztlichen Dienstes durch pharmazeutische Beratung sowie Beratung bzgl. Wechselwirkungen und Kostenaspekten
  • Bundesqualitätsleitlinie Präoperative Diagnostik (BQLL PRÄOP)
    Verantwortlich: Barbara Pallinger
    Unterstützung bei der Umsetzung der BQLL PRÄOP in den NÖ Kliniken

Aufgaben der Abteilung

  • Modellieren, Generieren und Implementieren von medizinischen und pflegerischen Standards und Prozessen
  • Heben von unternehmensweiten Synergiepotenzialen im medizinischen Kernleistungsbereich durch Einsatz von geeigneten Standards und Prozessen
  • beratende Stelle für Prozessmanagement und Standardisierungsprojekte
  • Weiterentwicklung und Detailierung der Prozesslandkarte
  • Wartung und Pflege beschlossener Standards und Prozesse
  • Administration, Wartung und Weiterentwicklung des Toolkits ADONIS für Geschäftsmanagementprozesse
  • zuständig für die Fachbeiräte Radiologie, Labor, Pathologie, Pharmazie und Hygiene

Das Team der Abteilung

Abteilungsleiter: Mag. (FH) Thomas Pökl, Assistent Medizinische Geschäftsführung
Der 46-jährige Horner schloss den ersten Studienabschnitt des Medizinstudiums ab und arbeitete zehn Jahre lang ehrenamtlich als Notfall-Sanitäter beim Roten Kreuz. Er absolvierte die Pflegeschule in Horn und war 15 Jahre lang Anästhesie- und Intensivpfleger im Landesklinikum Horn, studierte berufsbegleitend Gesundheits­management an der IMC Fachhochschule Krems. Danach arbeitete er als selbstständiger Berater für Gesundheitsförderung und half mit seiner Expertise niedergelassenen Wahlärzten bei der Ordinationsgründung. Im März 2010 startete er in der NÖ Landeskliniken-Holding als Assistent des Medizinischen Geschäftsführers Dr. Robert Griessner. Zusätzlich beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Medizinische und Pflegerische Standards und Prozesse und übernahm heuer die neu gegründete jüngste Abteilung der NÖ Landeskliniken-Holding. (GESUND&LEBEN INTERN porträtierte ihn gemeinsam mit der Assistentin der Kaufmännischen Geschäftsführung, Sigrid Kurz-Hanslik, MA, in der Ausgabe 05/2013)

Abteilungsleiter-Stellvertreterin: Mag. (FH) Kerstin Hovezak, studierte Gesundheits­management an der IMC Fachhochschule Krems, machte 2005 ein Praktikumssemester im Universitätsklinikum Krems und ist seit 2006 in der NÖ Landeskliniken-Holding beschäftigt.

Mag. (FH) Cornelia Jurcsa
ist diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester und studierte Gesundheitsmanagement an der IMC Fachhochschule Krems, arbeitete als stv. Pflegedienst­leiterin beim Wiener Roten Kreuz und ist seit 2014 in der NÖ Landeskliniken-Holding beschäftigt.

Barbara Pallinger, BA, ist diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester und studierte an der FH Steyr „Prozessmanagement Gesundheit“, arbeitete bis Ende 2013 im LK Waidhofen/Ybbs im Herzkatheterlabor und ist seit 2014 in der NÖ Landeskliniken-Holding beschäftigt.

Katharina Stornig, MA,
studierte an der FH Steyr „Prozessmanagement Gesundheit“ und an der FH Linz „Service of General Interest“ mit Schwerpunkt Gesundheitsmanagement, arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FH Steyr und als Assistentin bei einem IT- und Rechtsberatungsunternehmen, seit 2013 in der NÖ Landeskliniken-Holding beschäftigt.