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Uniklinik St. Pölten sagt Angst und Stress mit einem iPad den Kampf an

Gerade für Kinder stellen Operationen oft Stesssituationen dar. Mit einem ungewöhnlichen Projekt sagt nun die Klinische Abteilung für Kinder und Jugend am Universitätsklinikum St. Pölten Angst und Stress den Kampf an.


Landesrat Mag. Karl Wilfing mit der neunjährigen Patientin Magdalena

(v.l.) Regionalmanagerin Hon. Prof. (FH) Christa Stelzmüller, MAS, Landesrat Mag. Karl Wilfing, die junge Patientin Magdalena, Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Leiter der Klinischen Kinder- und Jugendabteilung am Universitätsklinikum St. Pölten, Mag. Sabine Wagner-Simhandl, Leiterin des Heil- und Sozialpädagogischen Teams am Universitätsklinikum St. Pölten

„Ziel unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es, den Aufenthalt in einer unserer Kliniken möglichst angenehm zu gestalten. Besonders Kinder leiden jedoch unter der für sie ganz neuen Situation im Spital. Durch eine amerikanische Studie wurde Univ. Prof. Prim. Dr. Karl Zwiauer nun auf die präoperative Nutzung des iPads aufmerksam und führte das Projekt ‚iPad‘ mittels interdisziplinärer Zusammenarbeit im Jänner 2013 ein. Das ungewöhnliche Projekt ist in den vergangenen zwei Jahren sehr erfolgreich verlaufen. Den jungen Patientinnen und Patienten wird durch die willkommene Ablenkung am iPad die Angst vor der Untersuchung genommen.“, freut sich Landesrat Mag. Karl Wilfing über das großartige Engagement

Dabei können sich die jungen Patientinnen und Patienten großteils ihr Programm selbst aussuchen. Zu den Favoriten zählen Filme wie „Ice Age“, „Madagaskar“, „Asterix und Obelix“, „Bob der Baumeister“, „Die Schlümpfe“ oder „Die Simpsons“. Weiters gibt es die Möglichkeit verschiedene Spiele zu spielen.

Je nach Alter und Entwicklungsstand der Kinder suchen sich Patienten gemeinsam mit dem  sozial-heilpädagogischen Team jenes aus, das sie gerne sehen oder spielen möchten. Dann kommt das iPad in eine Schutzhülle und wird am Bett befestigt. Das Gerät bleibt sowohl während der Fahrt in den OP als auch im OP–Vorbereitungsbereich beim Patienten. Erst unmittelbar vor der OP wird das iPad vom Pflegepersonal weggelegt und kommt gemeinsam mit dem Patienten auf die Abteilung zurück.

Die Reaktionen der Eltern, Kinder und Jugendlichen lassen sich als „positiv überrascht“ zusammenfassen. Viele Eltern wissen nicht, dass es diese Möglichkeit für ihre Kinder gibt, finden sie aber „sehr toll“ und viele Kinder sind von dem Ausgewählten so gefesselt, dass sie die bevorstehende Operation vergessen. Bei besonders aufgeregten Kindern hilft das iPad zur Beruhigung und zeitweiligen Ablenkung. Auch bei Jugendlichen ist das iPad eine willkommene Ablenkung oder wird, wie ein Patient es einmal ausdrückte, als „gscheit gschmeidig“ erlebt. Solche Aussagen sind für die Kinder- und Jugendabteilung  der Beweis, dass die Zielsetzungen der Angst- und Stressminderung erreicht werden.  

Mit Hilfe des Vereins der „St. Pöltner Babyhilfe“, der für die finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung der iPads sorgte, startete das Projekt iPad als einzigartiges Pilotprojekt österreichweit. Bis August 2014 haben rund 100 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 3-18 Jahren diese Nutzungsmöglichkeit in Anspruch genommen.